bayern-depesche.de

Freigegeben in Politik

Egerlandtag und Bundestreffen der Egerland-Jugend in Marktredwitz

Emilia Müller (CSU) bei den Egerländern: „Vertreibung war, ist und bleibt ein großes Unrecht“

Donnerstag, 25 Mai 2017 17:06

Marktredwitz - Vom 19. bis zum 21. Mai fanden im oberfränkischen Marktredwitz der Egerlandtag 2017 und das 47. Bundestreffen der Egerland-Jugend (EJ) statt, nachdem beide Veranstaltungen erstmals 2015 zusammengelegt worden waren. Das Treffen stand in diesem Jahr unter dem Motto „70 Jahre nach der Vertreibung – Jugendarbeit heute“, um die Erinnerung an die reiche Kultur und Geschichte der Egerländer auch für die Nachkommen der Heimatvertriebenen wachzuhalten.

In einer Erklärung des Bundes der Eghalanda Gmoin/Bundes der Egerländer heißt es dazu: „Von den heutigen Führungskräften und Mitgliedern der Egerland-Jugend musste glücklicherweise keiner die Not, das Elend und das Unglück der grausamen Vertreibung aus dem Egerland oder der heutigen Heimat verkraften. Wohl aber steht die Egerland-Jugend zu ihrer Arbeitsordnung, in der sie sich zur Charta der deutschen Heimatvertriebenen bekennt.“
Ihre Kritik an der unhistorischen Gleichsetzung von gewaltsam heimatvertriebenen Deutschen und heutigen Wirtschaftsflüchtlingen deuten die Egerländer nur an, wenn es heißt: „Deutsche Heimatvertriebene der Jahre 1945 und später werden heute gerne mit den Flüchtlingen und Asylsuchenden der Gegenwart verglichen. Wer dies tut, muss über die Geschichte der deutschen Heimatvertriebenen und deren Heimat informiert sein.“

Im Mittelpunkt des Egerländer-Treffens stand das Egerland-Kulturhaus in der Fikentscherstraße in Marktredwitz. Dort fanden die Eröffnung des Egerlandtages, eine Ausstellungseröffnung, die musischen Wettbewerbe der EJ, die Verleihung des „Johannes-von-Tepl-Preises“ und teilweise auch die Gästeverpflegung statt. Als Schirmherr der Veranstaltung fungierte der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Schöffel, der sich zusammen mit dem Marktredwitzer Oberbürgermeister und dem Vorstand des Bundes der Egerländer Gmoin e.V. für den modernen Umbau des Kulturhauses eingesetzt hatte.

Als Festrednerin trat Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) auf. Mit Blick auf die Jugendarbeit der Egerländer sagte sie: „Gerade in einer Zeit, in der so vieles im Wandel ist und so manches in Frage gestellt wird, ist es für junge Menschen oft schwierig, Orientierung zu finden. Da ist es gut, wenn man seine Wurzeln kennt. Mit großem Engagement bringen die Egerländer der Jugend ihre Traditionen, ihre Werte, ihre Identität und ihre Geschichte näher.“ Es sei von großer Bedeutung, die Kultur der Heimatvertriebenen zu erhalten und ihr Brauchtum zu pflegen. „Mit ihrer vielfältigen Kulturarbeit vermitteln die Egerländer eindrucksvoll, was ihre Heimat so schön und einzigartig macht“, so Müller. „Um die Erinnerung auch in Zukunft wachzuhalten, muss die jüngere Generation begeistert und in die tägliche Arbeit eingebunden werden. Sie ist es, die auch in vielen Jahren noch die Kultur pflegen und an die Geschichte ihrer Vorfahren erinnern kann.“

Am Ende des Zweiten Weltkrieges und in den Jahren danach wurden viele Millionen Deutsche Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation. Das Bewusstsein und die Erinnerung an die schrecklichen Geschehnisse von damals lebendig zu halten, ist eine Aufgabe, der sich auch der Freistaat Bayern verschrieben hat. „Was damals geschah, gibt uns bis heute den Auftrag, Vertreibung zu ächten. Vertreibung war, ist und bleibt ein großes Unrecht“, betonte die Ministerin.

Das Egerland bezeichnet eine Region im Westen des heutigen Tschechiens, die nach der Stadt Eger benannt ist. Zum Egerland gehören im weiteren Sinne auch angrenzende Ecken Oberfrankens und der Oberpfalz.

Artikel bewerten
(5 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten