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Nürnberger Landtagsabgeordneter

Dr. Ralph Müller tritt aus der AfD aus und vermeidet möglichen Parteiausschluss

Mittwoch, 30 Dezember 2020 18:16
Dr. Ralph Müller, MdL Dr. Ralph Müller, MdL Quelle: AfD

München - Der Nürnberger Landtagsabgeordnete Dr. Ralph Müller (Jahrgang 1963) verlässt die AfD mit sofortiger Wirkung und vermeidet auf diese Weise den drohenden Ausschluss aus der AfD Bayern.

Ralph Müller, der von vielen Seiten als schillernde und teilweise schwierige Persönlichkeit innerhalb der Partei betrachtet wurde, war seit Jahren sowohl im Landesverband der Partei als auch bei seinen Kollegen in der Landtagsfraktion massiv angeeckt. Vielen Mitgliedern war seine politische Gesinnung schon länger ein Dorn im Auge. Müller war immer wieder durch Äußerungen und Aktionen aufgefallen, die dazu geeignet waren, die gesamte Partei in die rechte Ecke zu rücken. Zuletzt lieferte sich Müller eine heftige Auseinandersetzung mit dem derzeit noch amtierenden Fraktionsvorstand, da er sich strikt gegen die nunmehr bereits erfolgte Abschaffung der Fraktionszulagen aussprach. In den letzten Wochen war Müller in Plenarsitzungen nicht mehr präsent, auch in den Fraktionssitzungen war er nicht anwesend. Laut bestehender Satzung endet mit dem Parteiaustritt Müllers auch dessen Fraktionszugehörigkeit.

Für Entsetzen auch unter Fraktionskollegen hatte der Umstand gesorgt, dass Ralph Müller bei der Gedenkminute zu Ehren des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke demonstrativ auf seinem Platz sitzen blieb. Bereits zum Anfang der Legislaturperiode wurde ihm gegenüber nach einer zweifelhaften Rede eine Rüge ausgesprochen. Hierbei handelte es sich um den ersten vergleichbaren Fall im Landtag seit 25 Jahren. Sein gesamtes Verhalten während der Plenarsitzungen sorgte neben den Inhalten seiner Redebeiträge bei seinen Fraktionskollegen immer wieder für peinliche Momente. In den letzten Wochen hatte Müller auch versucht, einen eigenen AfD-Kreisverband zu gründen. Diese Ambitionen verfolgte er ausgerechnet im Bereich eines bereits bestehenden Verbandes, dessen Vorstand und Mitglieder ihm wohl zum Teil nicht genehm waren. In sozialen Netzwerken lieferte er sich zudem heftige Scharmützel mit seinem Fraktionskollegen Ferdinand Mang MdL, die sich dem Vernehmen nach und nach Auffassung Mangs deutlich unterhalb der Gürtellinie abspielten.
Nach dem Abgang der Abgeordneten Markus Plenk MdL und Raimund Swoboda MdL hat die Landtagsfraktion der AfD damit lediglich noch 19 Mitglieder. Dies wird vermutlich bis zum Ende der Legislaturperiode der Fall bleiben, soweit es nicht zu weiteren Austritten oder auch möglichen Wiedereintritten in die Fraktion kommen wird.

Letzte Änderung am Donnerstag, 31 Dezember 2020 02:20
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