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Betriebswirtin und Politikwissenschaftlerin

Dr. Anne Cyron (AfD) verteidigt klassische Familie gegen linke Gender-Ideologie

Dienstag, 15 September 2020 19:08
Die bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Dr. Anne Cyron Die bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Dr. Anne Cyron Quelle: AfD Landtagsfraktion Bayern

München – Anne Cyron ist eine von zwei Frauen der derzeit 20-köpfigen AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag. Die promovierte Politikwissenschaftlerin wurde am 15. September 1955 in Oberaudorf geboren, ist nach einer langjährigen Ehe verwitwet und erfreut sich zweier Kinder und Enkelkinder. Als sie Anfang November 2018 Landtagsabgeordnete wurde,konnte sie schon auf ein vielseitiges Berufsleben zurückblicken. Der Ausbildung zur Industriekauffrau und Betriebswirtin mit dem Schwerpunkt Rechnungswesen/Steuerrecht schloss sich eine fast dreißigjährige Tätigkeit im Steuerberatungs- und Buchhaltungssektor an. Berufsbegleitend absolvierte sie ein Diplomstudium der Politikwissenschaft mit Abschluss an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Gekrönt wurde ihre akademische Laufbahn mit der Promotion im Fach politische Philosophie an der Bundeswehr-Universität in München-Neubiberg. Mit diesem intellektuellen Rüstzeug arbeitete die Rosenheimerin von 2007 bis kurz vor dem Landtagseinzug freiberuflich an Fachoberschulen, Berufsoberschulen und Wirtschaftsschulen und unterrichtete die Fächer Geschichte und Sozialkunde.

Schon als Jugendliche interessierte sich Cyron für die politische Praxis und Theorie. Heute sagt sie dazu: „Politik ist zu wichtig, um sie den Berufspolitikern zu überlassen. Jeder Bürger ist aufgerufen, täglich aufs Neue die Demokratie zu pflegen und zu leben und sich für den Bestand eines guten Staates einzusetzen.“ Aus dieser Haltung heraus schloss sie sich 2015 der AfD an und bekleidete schnell Ämter auf den unterschiedlichsten Parteiebenen. Parlamentarische Erfahrungen hatte sie bereits als Stadträtin der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) gesammelt. In der AfD wurde die Enthusiastin zunächst Kreisschatzmeisterin, stellvertretende Sprecherin des Landesfachausschusses Demokratie und Europa, Mitglied der Landesprogrammkommission, Bezirksschatzmeisterin und Kreisvorsitzende des Verbandes Oberbayern Süd. Vier Jahre lang engagierte sich die gebürtige Oberbayerin zudem in der Mitgliederverwaltung des AfD-Landesverbandes. Bei der Landtagswahl vor zwei Jahren zog sie für den Stimmkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen mit einem Erst- und Zweitstimmenanteil von jeweils 8,9 Prozent ins Maximilianeum ein.

Im Landesparlament sind Bildung und Familie die Arbeitsschwerpunkte der 65-Jährigen. Sie gehört folgerichtig dem Ausschuss für Bildung und Kultus an und ist in den AfD-Arbeitskreisen für Bildung, Wissenschaft, Soziales und Gesundheit aktiv. Die familienpolitische Fraktionssprecherin ist des Weiteren Mitglied im Hochschul- und Reformbeirat der Hochschule für Politik München.

Zu ihren Grundüberzeugungen gehört, dass die klassische Familie aus Mann, Frau und Kindern die Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft ist und deshalb unter dem besonderen Schutz des Staates stehen muss. Diese Schutzverpflichtung ist auch im Grundgesetz verankert, wird im politischen Alltagsgeschäft aber oft vergessen. „Mein Kampf gilt jeder Ideologie, die die Natur des Menschen bedroht, die die traditionelle Familie abschaffen und durch alle möglichen alternativen Lebensformen ersetzen möchte“, betont die Abgeordnete. „Ich werde mich stets mit aller Entschiedenheit dafür einsetzen, dass in diesen wahnsinnigen Gender-Zeiten unsere Buben noch Buben und unsere Mädchen noch Mädchen bleiben dürfen und nicht jeden Tag ihr Geschlecht hinterfragen beziehungsweise in ein neues Geschlecht schlüpfen müssen.“Kernaufgabe der Politik sei die Schaffung besserer Lebensbedingungen für Kinder unabhängig von deren sozialem Hintergrund. „Die stark zunehmende Kinderarmut, die Instabilität der familiären Verhältnisse und die fehlende Teilhabegerechtigkeit nehmen Kindern jede Zukunft“, ist Dr. Anne Cyron überzeugt. Die Förderung und Bildung von Kindern sei eine Pflicht der Eltern. „Aber wo eine zunehmende Verwahrlosung unserer Kinder stattfindet, wo Kinder von allen Chancen ausgeschlossen werden, hat der Staat seine Verpflichtung wahrzunehmen.“ Wichtig ist der promovierten Politologin, dass deutsche Schulen wieder zu richtigen Bildungseinrichtungen werden und nicht länger „Tummelplätze für Gender-Ideologen, Klimahysteriker und sozialistische Gleichmacher“ sind. Ideologische Indoktrination an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen habe strikt zu unterbleiben.

Eine Form des Kindesmissbrauchs sieht die Familienpolitikerin in der temporären Maskenpflicht an weiterführenden Schulen, wie sie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Ende August ankündigte. Die Landesregierung sei nicht bereit, auch nur ein wenig von der Macht, die sie sich über das Infektionsschutzgesetz erschlichen habe, an die Bürger zurückzugeben. „Sind Schüler an weiterführenden Schulen denn infektiöser als Grundschüler? Nein, das sind sie nicht“, erklärte die Politikerin. „Es wird zunehmend unerträglich, wie der Staat gegen Kinder vorgeht. Kinder werden als eklige kleine Virenschleudern diskriminiert, von denen eine permanente Gefahr ausgeht.“ Die gesamte bayerische AfD-Landtagsfraktion lehnt die zweiwöchige Maskenpflicht im Schulunterricht ab.

Eine klare Position hat die Volksvertreterin zur Migrationsproblematik. Am 11. September 2020 griff sie auf ihrer Facebook-Seite das Eingeständnis von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf, dass Deutschland seit 2015 insgesamt 1,73 Millionen Flüchtlinge aufgenommen habe und an jedem Werktag weitere 300 bis 400 Migranten ins Land strömten. Mit Blick auf die Corona-Maßnahmen zulasten der einheimischen Bevölkerung empört Anne Cyron die Reisefreiheit von Asylsuchenden: „Sie dürfen ungehindert durch Europa reisen in einer Zeit, in der man den Europäern ihre Grundrechte, ihre persönliche Freiheit, nimmt. Und sie werden wohlwollend aufgenommen von unseren Politikern, die irgendwann einmal einen Eid zugunsten des deutschen Volkes geschworen haben, wegen ihrer fortwährenden Verfassungsbrüche auf allen Ebenen jedoch längst ein Fall für die Staatsanwaltschaft wären, wäre diese denn unabhängig.“ Die Rosenheimerin beherrscht also trotz ihrer ruhigen Art auch die kantige Rhetorik.

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