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München: Listenwahl der AfD

Die AfD Bayern kastriert sich selbst.

Montag, 27 März 2017 23:30
Petr Bystron (AfD) Petr Bystron (AfD) Quelle: AfD Bayern

München: Schock bei den Anhängern der AfD in Bayern: Der beliebte Landesvorsitzende Petr Bystron wurde am Sonntag bei der Listenaufstellung zum Bundestag nicht auf Platz eins der Landesliste gewählt. Stattdessen soll nun als Spitzenkandidat der Partei der bis dahin völlig unbekannte Schriftführer des Landesvorstandes Martin Hebner die Partei in den Wahlkampf führen. Das könnte für die Partei verheerende Folgen haben. Entsprechend frohlockt die Süddeutsche: „AfD düpiert Parteichef“.

Bystron scheint Opfer eines internen Putsches geworden zu sein. Er wurde für die Entscheidung des Landesvorstandes bestraft, den Parteiausschuss gegen den Thüringer Landeschef Höcke zu unterstützen. Dabei stimmte sein Vorstand lediglich für eine Parteiordnungsmaßnahme, also für eine Rüge oder Abmahnung, nicht für einen Parteiausschluss.

In der Partei herrscht Entsetzen über die Grenzen Bayern hinaus. Bystron zählt zu den bekanntesten Gesichtern der Partei bundesweit. Seine Fernsehauftritte, bei denen er die Fraktionschefs der Bundestagsparteien souverän  „wegbürstet“, wurden von Hunderttausenden angeschaut und genießen unter seinen Fans Kultstatus.

Bystron übernahm den Landesverband im Sommer 2015, als die AfD in Bayern am Boden lag. Aus einem Umfrageloch von 2% führte er die Partei zu stabilen 10% - was gerade in Bayern mit der starken Konkurrenz von der CSU eine beachtliche Leistung ist.

Es ist völlig unklar, wie der blasse Hebner die Lücke überhaupt füllen soll. Von dem Kreisvorsitzenden aus Starnberg gibt es nicht einmal ein Foto auf der Website des Kreisverbandes.

„Wir kastrieren uns gerade selbst“, schreibt ein einflussreiches Parteimitglied in einem Newsletter.

Letzte Änderung am Montag, 27 März 2017 23:57
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