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Seelsorgerisches Element in Flüchtlingsarbeit soll gestärkt werden

CSU-Staatsregierung stellt 152.000 Euro für muslimisches Seelsorge-Netzwerk „MUSA“ bereit

Dienstag, 31 Januar 2017 23:36

München/Augsburg - Die CSU-Staatsregierung stellt für den bayernweiten Ausbau eines muslimischen Seelsorge-Netzwerks weitere Finanzmittel bereit. Konkret geht es um das Projekt „MUSA – Muslimische Seelsorge“ aus Augsburg.

Sozialstaatssekretär Johannes Hintersberger (CSU) sagte anlässlich eines Fachtages von „MUSA“ zur praktischen Umsetzung muslimischer Seelsorge: „Ich freue mich, dass wir den bayernweiten Ausbau des Seelsorge-Netzwerkes für Muslime mit knapp 152.000 Euro unterstützen können. Mit ‚MUSA‘ erhalten Bedürftige den Beistand und die Betreuung, die sie bei seelischen Krisen benötigen.“ 

Christen könnten sich an die Seelsorger der Kirchen wenden, für Muslime fehle ein solches Angebot bislang, sagte der Sozialstaatssekretär. „Menschen in Krisensituationen brauchen geeignete Ansprechpartner. Sie sollen jemanden verlässlich an ihrer Seite wissen, der ihnen zuhört und beisteht.“ Dieses Feld dürfe nicht Salafisten und anderen Extremisten überlassen werden, die sich gerne als die besseren Sozialarbeiter aufspielten. 

Seit 2011 arbeiten Sunniten, Schiiten und Aleviten im Projekt „MUSA“ zusammen, um die seelsorgerische Betreuung von Muslimen in Augsburg sicherzustellen. Die derzeit etwa 45 Aktiven begleiten Betroffene in ihrer Muttersprache im Sinne der „islamischen Geschwisterlichkeit“.Hierfür wurden die Ehrenamtlichen jeweils in 148 Schulungsstunden qualifiziert. Durchgeführt wurde das Projekt durch das Institut für transkulturelle Verständigung (itv). 

CSU-Politiker Hintersberger lobte: „‚MUSA‘ wirkt vorbeugend und ist äußerst erfolgreich. Deshalb dehnen wir das Netzwerk über Augsburg hinaus aus und erweitern es auch inhaltlich – etwa auf Träger der Notfallseelsorge, der Hospize und die Justizvollzugsanstalten sowie in den Bereich der Flüchtlingsarbeit.“

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