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CSU-Politiker wollte beim AfD-Kreisverband Wetterau über „Heimat, Kultur und Tradition“ sprechen

CSU-Rebell David Bendels verlässt Partei, weil CSU-Spitze ihm Auftritt bei AfD untersagte

Freitag, 03 Juni 2016 21:26
CSU-Rebell David Bendels verlässt Partei CSU-Rebell David Bendels verlässt Partei

München/Büdingen - Der Sprecher der CSU-Basisbewegung „Konservativer Aufbruch“ David Bendels hat seinen Austritt aus der CSU erklärt. Der Rechtskonservative war unter massiven Druck geraten, weil er bei einer Veranstaltung der hessischen AfD auftreten wollte. Beim AfD-Kreisverband Wetterau war er am 4. Juni 2016 in Büdingen als Redner zum Thema „Heimat, Kultur und Tradition“ geladen. Doch die CSU-Spitze untersagte ihm die Veranstaltungsteilnahme.

CSU-Justiziar Thilo Schmidt hielt Bendels in einem Brief die Unterstützung einer Konkurrenzpartei vor: „Ich halte dies für einen Verstoß gegen die Grundsätze und Ordnung der CSU und fordere Sie daher auf, die Veranstaltung abzusagen und sich eindeutig von der AfD zu distanzieren.“

Das Trommelfeuer der Kritik, das auf den jungen CSU-Rebellen einprasselte, beschrieb dieser so: „Was von der Parteispitze und einzelnen Mandatsträgern für ein Druck auf mich ausgeübt wurde, möchte ich nicht noch einmal erleben.“ Erschrocken über den von der Parteiführung verordneten Umgang mit der AfD sagte Bendels: „Ich kann das nicht nachvollziehen, wie hier mit jemandem umgegangen wird, der nur sagt, man muss einen demokratischen Diskurs mit der AfD führen.“

Auf seiner Facebook-Seite betonte der Gescholtene, dass nicht die „Diffamierungen und Unterdrückungs- und Bevormundungsversuche vonseiten der CSU-Landesleitung“ ausschlaggebend für seinen Parteiaustritt gewesen seien, sondern die Tatsache, dass ihm Mitstreiter des „Konservativen Aufbruchs“ öffentlich in den Rücken gefallen seien und das Kontakt- und Gesprächsverbot gegenüber der AfD mittrügen.

Bendels schrieb bei Facebook weiter: „Meiner Ansicht nach wurde dem Konservativen Aufbruch durch diesen Richtungswechsel und durch den unnötigen Kotau vor der Parteiführung ein solch massiver und irreparabler Schaden zugefügt, dass er zukünftig kaum mehr als konstruktiver ‚Stachel im Fleisch der CSU‘ agieren kann.“

Der Mitbegründer der CSU-Basisbewegung, die nach seiner Aussage von mehr als 10.000 Parteimitgliedern mitgetragen wird, rechnete auch noch mit der Politik der Bundeskanzlerin ab: „Die Union – vor allem die CDU – ist seit Jahren auf dem Holzweg. Die Kanzlerschaft Merkels mit einfachen Antworten wie ‚Scheitert der Euro, scheitert Europa‘ oder ‚Die EU braucht die Türkei und die Türkei braucht Europa‘ ist eine Geschichte von Versagen und Scheitern.“

Nach Auffassung von Bayerns AfD-Landeschef Petr Bystron zeigt der Vorfall, dass die CSU schon lange keine konservative Partei mehr sei. Einen Eintritt in die AfD plant Bendels nach eigenem Bekunden nicht.

Letzte Änderung am Freitag, 03 Juni 2016 21:39
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