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Der Forchheimer mit oberschlesischen Wurzeln zog 1990 in den Bundestag ein

CSU-Politiker Hartmut Koschyk verlässt 2017 nach 27 Jahren den Deutschen Bundestag

Montag, 04 April 2016 19:00
Hartmut Koschyk Hartmut Koschyk Bildquelle: Henning Schacht | CC BY-SA 3.0

Berlin/Goldkronach - Berufspolitikern hängt heute der zweifelhafte Ruf an, mehr von der Politik als für die Politik zu leben. Personen, die ohne jede außerpolitische Berufserfahrung sofort Landtags- oder Bundestagsabgeordnete geworden sind, wird nicht selten mit verächtlichem Unterton der Dreiklang „Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal“ entgegengehalten.

In diese Schublade stecken viele auch den CSU-Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk, der nach sieben Legislaturperioden im Bundestag bei der Wahl 2017 nicht erneut kandidieren wird. Das hat Koschyk bei einer CSU-Konferenz in Oberfranken angekündigt. Wenn der frühere Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Herbst nächsten Jahres aus dem Bundestag ausscheidet, gehörte er dem Parlament 27 Jahre an.

Der gebürtige Forchheimer, dessen Eltern deutsche Heimatvertriebene aus Oberschlesien sind, trat mit 19 Jahren in die CSU ein. Nach seinem Abitur und Wehrdienst studierte er Politikwissenschaften und Geschichte und arbeitete nebenbei als wissenschaftlicher Mitarbeiter des CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Sauer aus Salzgitter. Nach seiner Tätigkeit als Bundesvorsitzender der Schlesischen Jugend avancierte er schon mit 28 Jahren zum Generalsekretär des Bundes der Vertriebenen (BdV). 1990 zog er dann 31-jährig über die Liste seiner Partei in den Bundestag ein.

Hartmut Koschyk sagt über seine Abgeordnetenzeit: „Ich durfte im Alter von 31 Jahren beginnen, im Deutschen Bundestag mitzuwirken. In den sieben Legislaturperioden stand stets der Dienst an den Menschen im Mittelpunkt meines politischen Strebens und Handelns. Dabei konnte ich viel für die Region Bayreuth-Forchheim auf Bundesebene erreichen und in wichtigen Positionen Verantwortung in Parlament und Regierung wahrnehmen.“

Nun will er die Weichen für eine neue Personalvertretung seines Wahlkreises stellen und äußert sich zuversichtlich über mögliche Nachfolger: „Die CSU im Bundeswahlkreis Bayreuth-Forchheim verfügt über eine Reihe Frauen und Männer der jüngeren Generation, die die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen, das Vertrauen der Bürger zu gewinnen, um meine erfolgreiche Arbeit im Bundestag für unsere Heimat fortsetzen zu können.“

Heute fungiert Koschyk als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

In politisch schweres Fahrwasser geriet der Abgeordnete, als 2011 bekannt wurde, dass er für die Sanierung seines Schlosses in Goldkronach 1,4 Millionen Euro an öffentlichen Zuschüssen aus Denkmalpflegemitteln erhalten hatte.

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