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Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Jugendlicher

CSU-Abgeordneter Michael Brückner legt nach erotischer Affäre mit Minderjähriger alle Ämter nieder

Dienstag, 14 Juni 2016 22:38
Michael Brückner Michael Brückner Pressefoto

Nürnberg/München - Der Nürnberger CSU-Landtagsabgeordnete Michael Brückner hat nach Bekanntwerden seiner Sex-Affäre mit einer Minderjährigen den Rückzug aus der Politik erklärt und alle Ämter einschließlich des Landtagsmandats niedergelegt.

Vor 15 Jahren war Brückner in die CSU eingetreten und wurde Mitglied im CSU-Ortsvorstand, Nürnberger Stadtrat, CSU-Kreisvorsitzender in Nürnberg-Nord und im Jahr 2013 schließlich Landtagsabgeordneter. Seit 2007 war er zudem Präsidiumsmitglied im Bayerischen Bauernverband und über einen Zeitraum von zehn Jahren ehrenamtlicher Richter am Nürnberger Arbeitsgericht.

Brückner gehört dem CSU-Bezirksverband Nürnberg-Fürth-Schwabach an, dem Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) vorsteht. Dieser zeigte sich „sehr schockiert“ und sprach von schweren menschlichen Verfehlungen seines Parteifreundes.Mit dem Rücktritt Brückners sei die Angelegenheit für die CSU „kein Thema mehr“. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer sagte: „Michael Brückner hat einen gewaltigen Fehler gemacht, und für den muss er auch die vollen Konsequenzen tragen.“

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat Ermittlungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Jugendlicher aufgenommen. Eine Behördensprecherin sagte, es handle sich um zwei Missbrauchsfälle, die der 51 Jahre alte Politiker an einem Mädchen im Altersbereich von „15, 16 Jahren“ begangen haben soll. Beide Vorfälle hätten sich im vergangenen Dezember ereignet. Das Mädchen soll für die sexuellen Handlungen auch bezahlt worden sein.Beweismittel wie Computer seien sichergestellt worden und würden nun ausgewertet. 

Brückner droht äußerstenfalls eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft. Aber es muss gar nicht zu einer Gerichtsverhandlung kommen. Nicht vorbestrafte Täter erhalten in solchen Verfahren oft nur einen Strafbefehl und entgehen so einer öffentlichen Hauptverhandlung.

In einer von Brückners Rechtsanwältin verbreiteten Erklärung wird mitgeteilt, ihr Mandant habe sich erstmalig am Tag vor dem 16. Geburtstag mit dem Mädchen getroffen. Bei dem zweiten Treffen sei es dann zum Geschlechtsverkehr gekommen. In der Erklärung heißt es: „Herr Brückner schämt sich zutiefst für sein Verhalten und dankt seiner Familie für die Unterstützung.“

Für den Zurückgetretenen wird der 32-jährige Diplom-Betriebswirt und Ansbacher Stadtrat Andreas Schalk in den Landtag nachrücken.

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