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Würdigung Kohls vor allem als „Kanzler der Einheit“

CSU, Freie Wähler und AfD trauern um verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl

Montag, 19 Juni 2017 21:46
Helmut Kohl und Erich Honecker in Bonn (1987) Helmut Kohl und Erich Honecker in Bonn (1987) Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-1987-0907-017 / Oberst, Klaus / CC-BY-SA 3.0

München - Der Tod des 87-jährigen Altbundeskanzlers Helmut Kohl am 16. Juni 2017 hat bei den bürgerlichen Parteien Bayerns große Trauer ausgelöst.

Mit dem Ableben von Helmut Kohl verliere man einen unermüdlichen Brückenbauer und großen Europäer, der als „Kanzler der Einheit“ dieses Land wie kaum ein anderer Politiker geprägt habe, sagte Thomas Kreuzer, der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag. „In Zeiten großer Umbrüche hat er mit ruhiger Hand und viel Weitsicht den Weg für das wiedervereinigte Deutschland geebnet, das wir heute kennen. Helmut Kohl hat sich mit seinem politischen Lebenswerk zu Recht einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert“, betonte der Christsoziale.

Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Gerda Hasselfeldt, würdigte Kohls Überzeugungstreue und erinnerte an die Durchsetzung des NATO-Doppelbeschlusses, aber besonders an „seinen festen Glauben an die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes, die er mit beherztem Handeln zum richtigen Zeitpunkt erst möglich gemacht hat“. Deutschland habe Helmut Kohl „unendlich viel zu verdanken“.

Hubert Aiwanger, der Fraktionschef der Freien Wähler im Landtag, unterstrich, dass der Name Helmut Kohl aufs Engste mit der Geschichte der Bundesrepublik verbunden sei. „Er war es, der die Gelegenheit zur Wiedererlangung der deutschen Einheit früh erkannte und entschlossen durchsetzte. Auch das Zögern anderer europäischer Regierungen konnte Kohl nicht erschüttern“, lobte Aiwanger. Dafür gebühre ihm über alle Parteigrenzen hinweg größter Dank und ehrliche Anerkennung. 

Auch der bayerische Landesverband der eurokritischen AfD würdigte den Verstorbenen, obwohl dieser mit dem Vertrag von Maastricht die Abschaffung der Deutschen Mark zugunsten des Euro und die Abtretung vieler nationalstaatlicher Souveränitätsrechte besiegelte. Auf ihrer Facebook-Seite bezeichnete die bayerische AfD Helmut Kohl als einen der letzten Politiker mit „kernigem“ Profil. Die Partei erinnerte an das Kohl-Zitat: „Eine Politik ohne Werte ist wertlos, ohne geistige Perspektive verliert sie Realität, Richtung und Sinn.“ Auch gegen die „Willkommenskultur“ Angela Merkels führt die AfD eine Aussage des Altkanzlers an: „Die Lösung liegt in den betroffenen Regionen. Sie liegt nicht in Europa. Europa kann nicht zur neuen Heimat für Millionen Menschen weltweit in Not werden.“ Deutschland habe einen echten Staatsmann verloren, so die AfD.

Letzte Änderung am Montag, 19 Juni 2017 21:52
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