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Im Rahmen der Relocation-Programme werden etwa 40.000 Asylbewerber nach Deutschland geholt

Bundesregierung lässt jeden Monat 1.000 Asylanten per Charterflug nach Deutschland fliegen

Freitag, 18 November 2016 19:43
Charterflüge Charterflüge Quelle: BAYERN DEPESCHE

Erding - Die Bundesregierung lässt ab November monatlich tausend Asylbewerber nach München einfliegen, damit sie hier ein beschleunigtes und erfolgsträchtiges Asylverfahren durchlaufen.

Vor einem Jahr hat die Europäische Union beschlossen, 160.000 Asylsuchende aus Griechenland und Italien auszufliegen und in anderen EU-Staaten anzusiedeln. Die Bundesregierung sicherte laut „Süddeutscher Zeitung“ zu, im Rahmen der sogenannten Relocation-Programme etwa 40.000 Personen in Deutschland aufzunehmen.

Nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sind aus diesem Kontingent seit dem Sommer 159 Personen zum größten Teil per Charterflug ins Land gekommen. Jetzt soll aber damit begonnen werden, monatlich je 500 Asylanten aus Griechenland und Italien abzuholen und zunächst in einem Durchgangslager in Erding bei München unterzubringen.

De Maizière zufolge soll es sich bei den Aufzunehmenden um Flüchtlinge handeln, die in Italien und Griechenland bereits einen Asylantrag gestellt haben und in Deutschland eine sehr gute Anerkennungschance haben, also vor allem Eritreer, Syrer, Iraker, Iraner und Somalis.

In einem Schreiben des Bundesinnenministers heißt es: „Die aufzunehmenden Schutzsuchenden reisen soweit möglich mittels Charterflügen in Deutschland ein und werden zunächst bis zu 72 Stunden zentral in Erding untergebracht.“ Nach einer Erstversorgung und der Registrierung für das deutsche Asylverfahren werden die Ankömmlinge nach festen Quoten auf die Bundesländer verteilt.

Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer äußerte eine ebenso zaghafte wie folgenlose CSU-Kritik: „Damit übernimmt Deutschland erneut einen hohen Solidaritätsbeitrag bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise, während andere Staaten ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Es ist nicht gut, wenn wir wieder alleine dastehen. Deutschland hat schon im vorigen Jahr überdurchschnittlich viele Flüchtlinge aufgenommen.“

In der Tat sperren sich Ungarn, Tschechien, die Slowakei und Polen gegen die von der EU verordneten Flüchtlingsquoten, weil sie eine dauerhafte Zuweisung immer neuer Asylanten befürchten.

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