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Illegale Zuwanderer werden meist einer Aufnahmestelle für Asylbewerber zugewiesen

Bundespolizeidirektion München stellte 2016 schon 123.000 illegal einreisende Migranten fest

Donnerstag, 10 November 2016 22:19

München - Die in Bayern für grenzpolizeiliche Aufgaben zuständige Bundespolizeidirektion München hat in diesem Jahr schon mehr als 123.000 unerlaubt einreisende Migranten aufgegriffen, die meisten davon an der 815 Kilometer langen deutsch-österreichischen Grenze. Alle illegalen Grenzgänger, die ein sogenanntes Schutzersuchen stellten, wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen einer Aufnahmestelle für Asylbewerber oder der zuständigen Ausländerbehörde zugewiesen.

Seit März liegen die Monatszahlen von illegal Eingereisten im vierstelligen Bereich, zuletzt bei etwa 2.000 Personen. Bis Oktober dieses Jahres haben die Bundespolizisten in Bayern fast 850 Schleusungsfälle mit knapp 3.330 Geschleusten angezeigt. Die Fahnder griffen dabei insgesamt rund 450 Schleuser auf.

Nach umfangreichen Ermittlungen der Bundespolizeiinspektion München wurden am Mittwoch zwei Mitglieder einer international agierenden Schleuserorganisation festgenommen, die in großem Stil Syrer nach Deutschland eingeschleust hat. Spezialkräfte der Bundespolizei verhafteten in Bocholt und Papenburg zwei Schleuser, denen die Bundespolizeiinspektion München auf die Spur gekommen war. Die Ermittler durchsuchten dabei auch eine verdächtige Wohnung in Essen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um zwei Syrer. Die Festnahmen waren Teil einer bundesweit koordinierten Aktion, bei der mehrere Dienststellen der Bundespolizei zeitgleich gegen Schlepperkriminalität vorgingen.

Bereits im September konnten weite Teile der kriminellen Gruppierung zerschlagen werden. In einer international abgestimmten Polizeiaktion wurden damals dreizehn Bandenmitglieder in Italien sowie drei weitere Schleuser in Belgien, Frankreich und Schweden festgenommen.

Dem Netzwerk wird vorgeworfen, seit dem Herbst 2015 in 125 Fällen insgesamt 1.115 Personen mit Autos von Budapest über Österreich nach Deutschland und andere Schengen-Vertragsstaaten eingeschleust zu haben. Bei den Geschleusten handelte es sich meist um syrische Staatsangehörige. Für die kriminellen Dienste bezahlten sie ihren Schleusern jeweils bis zu 5.000 Euro.

Die riskanten Schleusungsfahrten unternahmen die Strippenzieher nicht selbst, sondern bedienten sie sich – wie in der Schlepperszene üblich – zahlreicher Personen mit Geldschwierigkeiten, darunter auch Drogenabhängiger.

Letzte Änderung am Donnerstag, 10 November 2016 22:25
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