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Vorschläge für mehr Sicherheit bei der Zwischenlagerung von Atommüll in Bayern

Bund Naturschutz: Atomares Zwischenlager in Isar nicht gegen Flugzeugabstürze und Terrorangriffe gesichert

Montag, 21 Dezember 2015 01:35
Logo von Bund Naturschutz Logo von Bund Naturschutz Quelle: de.wikipedia.org

Landshut - Der Bund Naturschutz hat Sicherheitsbedenken gegen die Einlagerung von wiederaufbereitetem Atommüll am Kraftwerksstandort Isar II bei Landshut angemeldet. Anfang Dezember hatte sich die Bayerische Staatsregierung mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) über die Einlagerung von sieben Castor-Behältern im Zwischenlager am Kernkraftwerk Isar II geeinigt. Im Frühsommer 2015 brachte die Bundesumweltministerin dieses Kernkraftwerk erstmals als Zwischenlager für deutschen Atommüll aus Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und Großbritannien ins Gespräch, war aber am Widerstand der Bayerischen Staatsregierung gescheitert. Mittlerweile hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) der Einlagerung hochradioaktiver Abfälle bei Landshut unter der Voraussetzung zugestimmt, dass der im Standortauswahlgesetz vorgesehene Zeitplan für ein neues Endlager eingehalten wird. „Es bleibt dabei, dass aus Zwischenlagern keine Endlager werden sollen“, so Seehofer.

Der Bund Naturschutz hat die Standortentscheidung nun als „unverantwortlich“ bezeichnet. Die Staatsregierung müsse zuerst die Sicherheit des Zwischenlagers deutlich verbessern und hierzu ein öffentliches Verfahren durchführen. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern e.V., sagte: „Das Zwischenlager Isar liegt in der Einflugschneise des Großflughafens München. Die Bayerische Staatsregierung muss daher zuerst die Sicherheit des Zwischenlagers Isar wirksam verbessern und hierzu ein öffentliches Verfahren durchführen. Dies ist bis heute nicht geschehen.“

Kritisiert werden auch zu dünne Wandstärken. Dadurch sei das Zwischenlager nicht ausreichend gegen einen Terrorangriff oder Flugzeugabsturz gesichert, wie Hubert Weiger betont. Die geplante Zusatzmauer um das Zwischenlager reiche nicht aus. Darüber hinaus bemängelt der Bund Naturschutz das Fehlen technischer Einrichtungen, um einen undichten Castor-Behälter reparieren zu können: „Am Zwischenlager Isar existieren keine technischen Einrichtungen, um potentiell schadhafte Castoren oder Behälter mit verglasten Atommüll-Abfällen, sogenannte Glas-Kokillen, sicher zu handhaben. Die bisherigen Einrichtungen und Genehmigungen am Standort Isar sind ausschließlich ausgelegt für abgebrannte Brennelemente aus den Atomkraftwerken Isar 1 und 2.“

Das alles verbinden die Naturschützer mit ihrer Grundsatzforderung, das Kernkraftwerk Isar II ganz abzuschalten, um keinen weiteren Atommüll zu produzieren.

Letzte Änderung am Dienstag, 22 Dezember 2015 01:50
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