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Ist ein Ausgleich im „Kampf der Kulturen“ möglich?

BMW Stiftung Herbert Quandt: Ayad Al-Ani spricht in Berlin über „Araber in Europa“

Mittwoch, 24 August 2016 02:19
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München – Die BMW Stiftung Herbert Quandt lädt in Kooperation mit dem Verlag Duncker & Humblot, der Barenboim-Said Akademie, der Candid Foundation und der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG) zu einem Vortrag von Ayad Al-Ani zum Thema „Araber in Europa – Historische Bilder und aktuelle Konflikte“ ein. Die Veranstaltung mit anschließender Diskussion findet am Mittwoch, 7. September 2016, ab 19:00 Uhr in den Räumen der BMW Stiftung in der Reinhardtstraße 58 in Berlin statt. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung unter https://www.bmw-stiftung-events.com/BAA16 möglich.

Der Organisationsforscher Ayad Al-Ani, der am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft tätig ist und an den Universitäten Potsdam und Stellenbosch (Südafrika) lehrt, ist Autor des bei Duncker & Humblot erschienenen Werkes „Araber als Teil der hellenistisch-römischen und christlichen Welt“. In dem Buch beschreibt Al-Ani beschreibt die Entstehung des westlichen Bildes über die Araber zu einer Zeit, als diese Teil der hellenistisch-römischen Welt waren, beginnend mit den Eroberungen Alexanders des Großen bis zum Sieg der Araber über Rom 636.

Der Autor zeichnet nach, wie stark und mannigfaltig die Araber in der hellenistisch-römischen Welt vertreten waren und wie sie gleichermaßen konsequent in der westlichen Darstellung als Außenseiter ihrer eigenen Geschichte dekonstruiert wurden. Bemerkenswert ist dabei, dass die hohe Anzahl arabischer Senatoren, arabischer und halbarabischer Cäsaren (Elagabal, Alexander Severus, Caracalla, Philippus Arabs) durchaus einen beachtlichen Einfluss auf die römische Lebensart, Religion und Politik hatten. Durch den späteren Verlust des christlichen Kernlandes im Zuge der arabischen Eroberung des römischen Ostens sei laut Al-Ani ein Trauma entstanden, das Eingang in den aktuellen „Kampf der Kulturen“ (Samuel Huntington) gefunden habe.

Diese oft vergessene Geschichte sollen am 7. September die Basis für eine Diskussion im Berliner Büro der BMW Stiftung Herbert Quandt darüber bilden, ob historische Ableitungen für die heutigen Beziehungen zwischen arabischer und europäischer Welt möglich sind und vielleicht neue Erklärungen und sogar Lösungen für dieses Verhältnis bieten können.

An dem anschließenden Panel nehmen neben Ayad Al-Ani der bekannte Islamwissenschaftler Udo Steinbach (ehem. Direktor des Orient Instituts Hamburg), Daniel Gerlach (CEO Candid Foundation, Zenith Verlag) sowie Carsten Siebert (Geschäftsführer der Barenboim-Said Akademie) teil. Moderiert wird die Veranstaltung von Sabine Porn vom Berliner Büro der BMW Stiftung Herbert Quandt.

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