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Liberale halten deutsches Embryonenschutzgesetz für veraltet

Bayerns FDP-Generalsekretär Daniel Föst fordert Legalisierung der Eizellspende

Dienstag, 31 Januar 2017 17:22

München - Das deutsche Embryonenschutzgesetz zur Regulierungreproduktionsmedizinischer Verfahren ist mittlerweile 27 Jahre alt. Kritiker werfen ihm deshalb vor, weder dem medizinischen Fortschritt noch der gesellschaftlichen Debatte über die Chancen der Reproduktionsmedizin Rechnung zu tragen. Längst ist es selbstverständlich geworden, dass sich Paare, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können, moderner medizinischer Möglichkeiten bedienen.

Bayerns FDP-Generalsekretär Daniel Föst erklärte dazu: „Häufig sind sie jedoch gezwungen, die Behandlung im Ausland durchführen zu lassen, weil unser Embryonenschutzgesetz bestimmte Methoden verbietet. Etwa die Eizellspende, durch die auch Frauen, in deren Eierstöcken keine Eibläschen heranreifen, schwanger werden können.“ 

In einem Beitrag für die „Bayerische Staatszeitung“ stellt der Freie Demokrat gleich mehrere Fragen: „Warum schließt der Gesetzgeber Frauen, die keine eigenen Eizellen produzieren können, von den Möglichkeiten einer künstlichen Befruchtung aus? Warum treibt er deutsche Paare zum ‚Befruchtungstourismus‘ außer Landes? Warum dürfen Männer zwar Samen spenden, Frauen aber keine Eizellen? Warum legen die gleichen Politiker, die stets die niedrige Geburtenrate beklagen, den Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen als ein Kind, Steine in den Weg?“ 

Daniel Föst fordert deshalb einen offeneren Umgang mit den Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin. Das Embryonenschutzgesetz müsse modernisiert und die Eizellspende legalisiert werden. Dabei sollten Eizellspenderin und Empfängerin umfassend untersucht, psychosozial beraten und objektiv über Erfolgsaussichten sowie Risiken aufgeklärt werden. 

„Ungewollte Kinderlosigkeit ist für die betroffenen Paare eine enorme Belastung und der Weg zum Wunschkind oft steinig. Der Staat sollte hier unterstützend wirken, anstatt zusätzliche Hürden aufzubauen“, so Föst.

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