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In den letzten zehn Jahren hat die Armut älterer Menschen in Bayern stark zugenommen

Bayerns DGB-Vize Verena Di Pasquale warnt vor immer mehr Altersarmut im reichen Bayern

Donnerstag, 06 Oktober 2016 05:22
Dr. Verena Di Pasquale Dr. Verena Di Pasquale Quelle: DGB BAYERN

München - Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg die Armutsquote bei den über 65-Jährigen im Jahr 2015 mit 21,8 Prozent auf den höchsten Wert unter allen Altersgruppen. Zehn Jahre vorher lag die Armutsquote der über 65-Jährigen noch bei 18 Prozent.

Angesichts zunehmender Altersarmut hat die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Bayern, Verena Di Pasquale, einen Kurswechsel in der Rentenpolitik gefordert: „Das Rentenniveau darf nicht weiter abgesenkt werden. Es muss in einem ersten Schritt stabilisiert und anschließend deutlich angehoben werden.“ 

In den letzten zehn Jahren hat die Armut älterer Menschen auch im Freistaat stark zugenommen. Besonders armutsgefährdet sind ältere Frauen. 

Der Handlungsappell des DGB richtet sich deshalb auch an die bayerische Staatsregierung, die mehr zur Bekämpfung der Altersarmut tun müsse. Di Pasquale warnte: „Mitten im reichen Bayern sind ältere Menschen immer stärker von Altersarmut bedroht. Wird jetzt nicht rentenpolitisch gegengesteuert, werden zukünftig immer mehr ältere Menschen in Bayern in Armut leben. Viele werden auf Grundsicherung im Alter angewiesen sein, um einigermaßen über die Runden zu kommen.“ 

Während laut Statistischem Bundesamt die Armutsgefährdungsquote gemessen am Landesmedian in den letzten zehn Jahren für die Gesamtbevölkerung von 14 Prozent auf 15 Prozent stieg, erhöhte sie sich für über 65-jährige Menschen von 20,4 Prozent im Jahr 2005 auf 24,4 Prozent im Jahr 2015. Die Zunahme der Armutsgefährdung zeigt sich auch in der deutlich gestiegenen Inanspruchnahme von Grundsicherungsleistungen im Alter. Waren in Bayern 2012 noch 106.000 Menschen auf Grundsicherung angewiesen, so mussten im Jahr 2014 schon über 117.000 ältere Personen diese Leistung in Anspruch nehmen. 

„Ältere Menschen in Bayern tragen ein deutlich höheres Armutsrisiko als die Gesamtbevölkerung. Ziel muss es sein, dass die Älteren nicht von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt werden“, erklärte Bayerns DGB-Vize. 

Zwei Stellschrauben seien bei der Armutsbekämpfung besonders wichtig, so Di Pasquale: „Zum einen muss die Entwertung von Lebensleistungen durch das weitere Absinken des Rentenniveaus beendet werden. Zum anderen brauchen wir existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen, damit die Menschen eine ordentliche Alterssicherung bei guter Gesundheit erreichen können.“

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