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Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2017 auf 8,84 Euro die Stunde

Bayerns DGB-Chef Matthias Jena sieht Lohnplus und Beschäftigungsanstieg durch Mindestlohn

Dienstag, 27 Dezember 2016 18:20
Bayerns DGB-Chef Matthias Jena sieht Lohnplus und Beschäftigungsanstieg durch Mindestlohn Quelle: DGB Bayern

München - Erstmals seit seiner Einführung im Januar 2015 wird der gesetzliche Mindestlohn angehoben und steigt zum 1. Januar 2017 auf 8,84 Euro die Stunde. Aus diesem Anlass hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern eine aktuelle Untersuchung zur Beschäftigten- und Verdienstentwicklung seit Existenz des Mindestlohns vorgelegt. Das Fazit: Auch zwei Jahre nach der Einführung der Lohnuntergrenze hätten sich die „Horrorszenarien der Mindestlohn-Gegner“ nicht bewahrheitet.

Bayerns DGB-Vorsitzender Matthias Jena sagte: „Der Mindestlohn hat vielen Beschäftigten in Bayern und bundesweit ein kräftiges Lohnplus beschert. Die positiven Effekte auf die Verdienst- und Beschäftigtenentwicklung halten an. Wichtig sind wirksame Kontrollen – auch in kleineren Betrieben, damit der Mindestlohn überall ankommt.“

Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns sei nötig geworden, weil immer mehr Arbeitgeber aus der Tarifbindung ausgestiegen seien und ein Lohndumping-Wettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten stattgefunden habe. Ziel müsse es sein, so Jena, dass „zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebern wieder mehr Tarifverhandlungen geführt und Tarifverträge abgeschlossen werden“. 
Eine aktuelle DGB-Auswertung neuer Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit soll die positiven Effekte auf die Verdienst- und Beschäftigtenentwicklung belegen.

So seien die Verdienste bei Un- und Angelernten in Bayern seit Einführung des Mindestlohns bis Ende des zweiten Quartals 2016 um 3,5 Prozent gestiegen. Die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtigen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten stieg im Freistaat demnach um 5,4 Prozent. Einen erheblichen Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verzeichnet laut DGB mit 12,7 Prozent das Gastgewerbe.

Minijobs hätten in Bayern seit Dezember 2014 bis Ende des ersten Quartals 2016 hingegen um ein Prozent abgenommen. Insbesondere die Zahl derer, die ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, sei mit 3,9 Prozent deutlich zurückgegangen. Viele der weggefallenen Minijobs seien in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt worden, bilanziert der DGB Bayern zufrieden.

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