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Milchgipfel: Soforthilfe zugesichert und Branchendialog vereinbart

Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl: „Handelskonzerne müssen endlich Verantwortung übernehmen“

Freitag, 03 Juni 2016 21:15
Vor dem Milchgipfel auf der Alm Vor dem Milchgipfel auf der Alm Quelle: HESSEN DEPESCHE

München - Nach dem von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) anberaumten Milchgipfel mit Vertretern von Milchbauern, Molkereien und Handel hat sich nun der Bayerische Bauernverband zu den Ergebnissen geäußert. Schmidt hatte für die Bundesregierung eine Soforthilfe von mindestens 100 Millionen Euro für in Not geratene Milchviehhalter zugesagt.

Der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl sagte dazu: „Die angekündigten Hilfsmaßnahmen sind der erste richtige Schritt, um von der Krise gebeutelten Betrieben zu helfen und Betriebsaufgaben zu verhindern. Jetzt geht es darum, den Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen und schnelle Hilfe zu leisten.“

Auf dem Milchgipfel haben sich Handel, Molkereien und Milchbauern auf einen Branchendialog verständigt, um Vorschläge für eine kurzfristige Reduzierung der Milchmenge und eine langfristige Neuordnung der Marktstruktur zu erarbeiten. Die Vertreter der Molkereien sagten zu, auf eine von Molkerei und Erzeuger getragene Mengendisziplin sowie eine Flexibilisierung der Lieferbeziehungen hinzuwirken. Die Bundesregierung will Ähnliches auf europäischer Ebene einfordern. Heidl bezeichnete den Branchendialog als „richtigen Ansatz“, der jedoch schnelle und verbindliche Resultate bringen müsse.

Es fehle aber völlig das notwendige Signal der Handelsunternehmen und des Lebensmitteleinzelhandels. „Ohne Bauernhöfe gibt es keine regionalen Lebensmittel. Die Handelskonzerne müssen endlich Verantwortung übernehmen“, forderte Heidl. Die Handelsvertreter hätten „die Preisschlacht am Kühlregal ein für alle Mal beenden müssen“. Der Vorsitzende des Bayerischen Bauernverbandes betonte: „Die hochwertigen Produkte von bayerischen Bauernhöfen dürfen nicht länger zu solch niedrigen Preisen verramscht werden. Während in den Prospekten mit schönen Bildern vom Bauernhof geworben wird, zerstört der Handel mit seiner Preispolitik gleichzeitig die wirtschaftliche Grundlage vieler Familienbetriebe.“

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