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Kampf gegen internationale Einbrecherbanden soll intensiviert werden

Bayern und Sachsen schließen „Allianz gegen Wohnungseinbrecher“

Freitag, 02 Dezember 2016 21:47
Bayern und Sachsen schließen „Allianz gegen Wohnungseinbrecher“ Bild: Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Bau und Verkehr

Saarbrücken - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) haben am Rande der jüngsten Innenministerkonferenz in Saarbrücken eine neue Kooperationsvereinbarung zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität geschlossen. Ziel der „Allianz gegen Wohnungseinbrecher“ ist ein verstärkter Kampf vor allem gegen internationale Einbrecherbanden. Konkret soll es um einen intensiveren Informationsaustausch, gemeinsame Fahndungs- und Kontrollaktionen sowie um wirkungsvollere Präventionsmaßnahmen gehen.

Wie die Innenminister aus Bayern und Sachsen deutlich machten, soll die neue Vereinbarung ein wichtiger Baustein sein, um landesweit konsequenter gegen Einbrecher vorgehen zu können. Vorbild ist eine bereits im Sommer 2015 zwischen Bayern und Baden-Württemberg geschlossene Zusammenarbeitsvereinbarung.

„Aufgrund der positiven Erfahrungen haben wir im Juni 2016 unsere länderübergreifende Kooperation neben Baden-Württemberg auch auf Hessen und Rheinland-Pfalz ausgeweitet“, sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Nach seiner Aussage konnte die bayerische Polizei durch die verstärkte Zusammenarbeit mit den anderen Bundesländern eine ganze Reihe von Wohnungseinbrechern aus dem Verkehr ziehen, bislang ungeklärte Einbrüche aufklären und weitere Straftaten verhindern.

Herrmann nannte auch konkrete Zahlen: „Sehr erfreulich ist, dass in Bayern 2015 die Zahl der Wohnungseinbrüche entgegen dem deutschlandweiten Trend deutlich um knapp neun Prozent auf 7.480 Delikte zurückgegangen ist. Das Einbruchsrisiko war in Bayern im vergangenen Jahr bundesweit mit Abstand am geringsten.“ Während Bayern rund 59 Einbrüche pro 100.000 Einwohner zu beklagen hatte, lag der bundesweite Durchschnitt mehr als dreimal so hoch (206). In Nordrhein-Westfalen wurde sogar sechsmal häufiger als in Bayern eingebrochen (354 Einbrüche pro 100.000 Einwohner). Die BAYERN DEPESCHE berichtete darüber am 1. November 2016.

„Mit Sachsen sind wir jetzt fünf Bundesländer, die sich gezielt gegen Wohnungseinbrecher zusammengeschlossen haben“, fasste Herrmann zusammen.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig freute sich ebenfalls, dass die Sicherheitskooperation mit Bayern zu Stande gekommen ist: „Auch wenn es in Sachsen im vergangenen Jahr mit 104 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner nur etwa halb so viel wie im Bundesdurchschnitt gab, ist die Quote fast doppelt so hoch wie in Bayern. Ich bin mir auch sicher, dass beide Länder von dieser Zusammenarbeit profitieren.“

Man wolle aber nicht nur voneinander lernen, sondern durch gemeinsame Fahndungs- und Kontrollaktionen den länderübergreifend agierenden Einbruchsbanden das Handwerk legen, so der CDU-Politiker. Auch bei den Präventionsmaßnahmen werde man enger kooperieren, denn jeder Wohnungseinbruchsdiebstahl sei einer zu viel. Ulbig betonte: „Dass es sich lohnt, in den Einbruchschutz zu investieren, zeigt auch die Tatsache, dass über 40 Prozent der Wohnungseinbrüche noch immer im Versuch ‚stecken‘ bleiben.“

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