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Schnellerer Informationsaustausch und intensivere Täterfahndung geplant

Bayern und Baden-Württemberg werden Zusammenarbeit gegen Einbrecherbanden verstärken

Dienstag, 24 Mai 2016 20:19
Die Landeswappen von Bayern und Baden-Württemberg Die Landeswappen von Bayern und Baden-Württemberg

München/Stuttgart - Im Kampf gegen die ausufernde Einbruchskriminalität oftmals osteuropäischer Banden werden Bayern und Baden-Württemberg ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen. Das haben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) mit Blick auf die Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundes (PKS) angekündigt.

Beide Innenminister erklärten: „Auch wenn wir in Bayern und Baden-Württemberg bei der Einbruchskriminalität vergangenes Jahr entgegen dem bundesweiten Trend erfreuliche Rückgänge hatten, ist die bundesweite Zunahme der Einbruchsdiebstähle 2015 sehr besorgniserregend. Daher werden wir alles unternehmen, um die positive Entwicklung beim Wohnungseinbruch in Bayern und Baden-Württemberg noch weiter zu festigen.“

Dazu soll auf Basis der bereits bestehenden Kooperationsvereinbarung zwischen den Polizeibehörden beider Länder insbesondere die gemeinsame Fahndungs- und Ermittlungsarbeit nach Einbrecherbanden verstärkt werden. Angedacht sind vermehrt länderübergreifende Schwerpunktkontrollen und die Intensivierung der Schleierfahndung auf Verkehrswegen. Darüber hinaus wird auf Initiative beider Bundesländer im Herbst dieses Jahres in Stuttgart eine internationale Expertentagung zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität stattfinden.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der im Juli 2015 geschlossenen Kooperationsvereinbarung wollen Herrmann und Strobl weitere Bundesländer für diese spezielle Zusammenarbeit gegen Einbrecherbanden gewinnen. Joachim Herrmann sagte: „Hierzu laufen bereits Gespräche mit Hessen und Rheinland-Pfalz.“ Strobl ergänzte, dass es um eine „bessere Bündelung unserer Informationen, unserer Polizeikräfte und unseres Know-how“ gehe, um den Fahndungsdruck auf Einbrecher zu erhöhen.

Die beiden Innenminister kündigten an, bei der kommenden Innenministerkonferenz für einen verstärkten Kampf gegen Einbrecher zu werben. Dabei werden sie mit Kritik an einzelnen SPD-geführten Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen nicht sparen. „Es kann nicht sein, dass sich einige Länder wie Nordrhein-Westfalen beharrlich weigern, das bewährte Mittel der Schleierfahndung gezielt auch gegen Einbrecherbanden einzusetzen“, betonte Bayerns Innenminister. „Da erwarte ich mir von den Länderkollegen deutlich mehr Engagement.“

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