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Viel Kritik an Plakatkampagne mit ironischen „Bauernregeln“

Bayern-AfD nimmt Bauern vor „Sauerei“ von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Schutz

Dienstag, 14 Februar 2017 21:45
Allgäuer AfD-Direktkandidaten Peter Felser Allgäuer AfD-Direktkandidaten Peter Felser

Kempten/Berlin - Im Stil von „Bauernregeln“ wollte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eigentlich für eine umweltverträgliche Landwirtschaft werben. Eine entsprechende Plakatkampagne mit Losungen wie „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ oder „Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm“ lässt sich ihr Ministerium 1,6 Millionen Euro kosten. Diese neuen „Bauernregeln“ sollen bis Mitte März auf Plakaten in über 70 Städten zu lesen sein.

Während ein Ministeriumssprecher die Aktion rechtfertigte und von „spielerisch-humorvollen“ Formulierungen sprach, sorgen die ironischen Sprüche über Massentierhaltung und Überdüngung nicht nur bei Landwirten für massive Kritik.

Der Allgäuer AfD-Bundestagsdirektkandidat Peter Felser bezeichnete die Kampagne als „politische Sauerei“ der Bundesumweltministerin, die angebliche Missstände in der Landwirtschaft anprangern wolle, dabei aber pauschal einen ganzen Berufsstand diffamiere. „Das ist flächendeckendes Mobbing gegen alle schwer in den Ställen und auf den Äckern schuftenden Landwirte“, sagte Felser. Der stellvertretende Vorsitzende des AfD-Mittelstandsforums sagte: „Die 1,6 Millionen Euro Steuergelder für die unsinnige Kampagne sollte man der Ministerin persönlich als Schadensersatzforderung in Rechnung stellen.“

Der Kemptener AfD-Politiker pflichtet dem bayerischen Bauernpräsidenten Walter Heidl bei, der beklagte, dass „die einfachen Sprüche und Pseudo-Wahrheiten“ ein „Schlag ins Gesicht von Tausenden verantwortungsvoll arbeitenden Bauern“ seien. Wie Heidl legt auch Felser der Ministerin den Rücktritt nahe. Der AfD-Kreisvorsitzende stellte klar: „Eine Debatte über eventuelle Fehlentwicklungen im Umweltschutz und über die Zukunft der Landwirtschaft kann man ja führen. Aber doch nicht mit solchen kindisch formulierten Verunglimpfungen.“

Mittlerweile hat sich Hendricks bei den Bauern entschuldigt, die sich durch die Plakate in ihrer Berufsehre verletzt fühlen: „Das tut mir leid, denn das war selbstverständlich niemals meine Absicht.“

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