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Sprecher des Innenministeriums warnt vor „Entdramatisierung“

Bayerisches Innenministerium rechnet 2015 mit mehr als zwei Millionen Asylanten

Freitag, 20 November 2015 17:45
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München - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erwartet offiziell immer noch 800.000 Asylbewerber bis Jahresende, SPD-Chef Sigmar Gabriel geht von einer Million aus, und Medien berichten von einer geheimen Regierungsprognose, wonach Deutschland in diesem Jahr mit 1,5 Millionen Asyl-Fordernden rechnen muss. Angesichts von weiterhin bis zu 10.000 illegalen Grenzgängern am Tag rechnet das Bayerische Innenministerium offenbar mit mehr als zwei Millionen Flüchtlingen in diesem Jahr. Oliver Platzer, Sprecher des Bayerischen Innenministeriums, sagte nun gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“: „Wenn der Andrang weiter so hoch bleibt, kommen bis zum Ende des Jahres nicht 1,5 Millionen, sondern weit über zwei Millionen Flüchtlinge nach Deutschland.“

Ein Polizeisprecher trat letzten Montag Behauptungen entgegen, nach der Wiedereinführung der Grenzkontrollen hätten sich die Asylantenzahlen verringert: „Die Zahlen bleiben seit Einführung der Grenzkontrollen stabil.“ Vor kurzem wurde bekannt, dass Bundespolizisten seit dem Beginn der wirkungslosen Einreisekontrollen mehr als 500.000 Überstunden geleistet haben. In der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage heißt es, dass zwischen dem 13. September und dem 16. Oktober von der Bundespolizei „Mehrleistungen in Höhe von ca. 500.000 Stunden erbracht“ wurden.

Oliver Platzer vom Bayerischen Innenministerium sieht aufgrund seiner Prognose von über zwei Millionen Asylanten bis Jahresende auch keine Anzeichen einer Entspannung und sagte: „Ich warne davor, die Lage zu entdramatisieren.“ Nur weil die Organisation der Versorgung, Erstunterbringung und Weiterverteilung der Flüchtlinge auf andere Bundesländer nun reibungsloser verlaufe als noch vor einigen Monaten, sei das Hauptproblem, diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren, noch lange nicht gelöst.

Kurz vor Merkels Gastauftritt beim Münchner CSU-Parteitag forderte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer noch einmal einen Kurswechsel der Bundesregierung: „Wie man es dreht und wendet, an einer Begrenzung, einer Obergrenze führt kein Weg vorbei.“

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