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Augsburger Amtsgericht entscheidet über Untersuchungshaft

Bayerischer SPD-Landtagsabgeordneter Linus Förster wegen Kinderporno-Verdacht verhaftet

Freitag, 16 Dezember 2016 17:00
Dr. Linus Förster, MdL Dr. Linus Förster, MdL Bildquelle: Dr. Linus Förster

Augsburg - Am Donnerstagabend hat die Polizei den bayerischen SPD-Landtagsabgeordneten Linus Förster wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornografischer Schriften verhaftet. Eine Ermittlungsrichterin hatte zuvor einen Haftbefehl erlassen. Das Augsburger Amtsgericht soll am Freitag darüber entscheiden, ob der Sozialdemokrat in Untersuchungshaft kommt.

Mitte November war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Augsburg gegen Förster wegen vorsätzlicher Körperverletzung und illegaler Bildaufnahmen von einer Frau – konkret wegen der „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ – ermittelt. Der „Bild“-Zeitung zufolge hatte der Abgeordnete Anfang September im Bett einer Prostituierten heimlich die Handy-Kamera mitlaufen lassen. Als die Frau von Förster die sofortige Löschung der Sex-Aufnahmen verlangte, soll er sie im Zuge der Auseinandersetzung körperlich attackiert haben. 

Mittlerweile ermittelt die Polizei gegen Förster auch noch wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person und des Besitzes kinderpornografischer Schriften. 

Die Auswertung von Computerdaten, die bei einer Durchsuchung der Wohn- und Büroräume des Politikers in Augsburg und München sichergestellt worden waren, hat laut Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai den dringenden Verdacht auf die neuen Straftaten ergeben. Nickolai sagte: „Im Hinblick auf die weiter laufenden Ermittlungen werden keine weiteren Auskünfte zu den einzelnen, dem Haftbefehl zugrunde liegenden Sachverhalten erteilt.“ 

Auch der Anwalt des Verhafteten wollte sich zu den neuen Vorwürfen noch nicht äußern. 

Förster war bislang jugendpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, stellvertretender Vorsitzender des Europaausschusses und Vorsitzender des SPD-Bezirks Schwaben. 

Nach Bekanntwerden der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hatte der 51-Jährige zunächst angekündigt, einige seiner Ämter vorläufig ruhen zu lassen. Ende November ließ er über seinen Anwalt dann mitteilen, dass er sein Landtagsmandat mit sofortiger Wirkung niederlegen und zudem aus der SPD austreten werde.

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