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Forderung nach praxisgerechtem und anwenderfreundlichem Datenschutz

Bayerische Wirtschaft gegen Ausbremsung von Technologien durch starres Datenschutzrecht

Montag, 13 Februar 2017 21:40
Bayerische Wirtschaft gegen Ausbremsung von Technologien durch starres Datenschutzrecht Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) hat auf ihrer Veranstaltung „Neue Entwicklungen im Datenschutzrecht“ mit Blick auf die Digitalisierung die ökonomische Bedeutung eines praktikablen Datenschutzes betont.

„Daten sind der ‚Rohstoff der Zukunft‘ in der digitalen Wirtschaft. Je digitaler unsere Welt wird, desto mehr Daten werden erhoben und verarbeitet“,sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Ein freier Datenfluss fördere neue Produkte und Geschäftsmodelle.

Laut einer vbw-Studie zu Big Data ist das Datenschutzrecht die größte Hürde für die Entwicklung und Verbreitung solcher Anwendungen. Brossardt erklärte: „Zahlreiche Zukunftstechnologien, etwa in den Bereichen autonomes Fahren, medizinische Diagnostik, künstliche Intelligenz oder Biotechnologie, sind untrennbar mit Big-Data-Anwendungen verbunden. Wir brauchen einen praxisgerechten und anwenderfreundlichen Datenschutz, der den Innovationsstandort Deutschland und Bayern nicht gefährdet, sondern voranbringt.“

Mit Blick auf die Europäische Datenschutzgrundverordnung fordert die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. möglichst einheitliche Umsetzungen in den einzelnen EU-Staaten und eine zurückhaltende Nutzung von Öffnungsklauseln. In Deutschland wird die Verordnung im Rahmen des neuen Bundesdatenschutzgesetzes umgesetzt. „Dass sich der derzeitige Entwurf an den bestehenden Regelungen orientiert, begrüßen wir. Die zusätzlich zur geltenden Rechtslage vorgesehenen Vorschriften zum Beschäftigtendatenschutz lehnen wir aber ab. Sie bedeuten eine unnötige bürokratische Erschwernis“, so Brossardt.

Im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen regt die vbw an, dass eine Anonymisierung und Pseudonymisierung bereits erhobener Daten ohne erneute Einwilligung erfolgen kann. Auf eine Regelung zum „Dateneigentum“ solle vorerst verzichtet werden. „Wem entstehende Daten gehören, sollte über vertragliche Lösungen zwischen den bei der Datenerhebung und -verarbeitung Beteiligten vereinbart werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer der zentralen Interessenvereinigung der bayerischen Wirtschaft, die 127 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sowie 41 Einzelunternehmen vertritt.

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