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Frühere FDP-Politikerin starb im Alter von 95 Jahren

Bayerische FDP trauert um Hildegard Hamm-Brücher

Montag, 12 Dezember 2016 17:55
Hildegard Hamm-Brücher (1976) Hildegard Hamm-Brücher (1976) Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F049586-0029 / Gräfingholt, Detlef / CC-BY-SA 3.0

München - Bayerns FDP-Landeschef Albert Duin hat die im Alter von 95 Jahren verstorbene FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher als „große liberale Persönlichkeit“ bezeichnet.

Ob im Münchner Stadtrat, im Bayerischen Landtag oder im Deutschen Bundestag, als Staatssekretärin oder Staatsministerin: In jedem ihrer Ämter habe sie sich für die Demokratie und die Chancen des Einzelnen starkgemacht. „Vor allem als Bildungspolitikerin hat sie sich große Verdienste erworben“, so Duin. „Ihrem Ziel, Verkrustungen im Schulsystem aufzubrechen und die beste Bildung für alle, unabhängig von ihrer Herkunft, zu ermöglichen, fühlen wir uns auch heute verpflichtet.“

Der Landesvorsitzende der bayerischen Freidemokraten würdigte die Verstorbene als Frau mit festen Überzeugungen und der Kraft, auch für die eigene Partei unbequem zu sein: „Wir behalten sie als unabhängigen Geist und leidenschaftliche Liberale in Erinnerung.“

Hildegard Hamm-Brücher wurde 1921 in Essen geboren. Als junge Studentin pflegte sie Kontakte zur Widerstandsgruppe der „Weißen Rose“. 1948 trat sie der FDP bei und wurde im selben Jahr als jüngste Abgeordnete in den Münchner Stadtrat gewählt. Dort – und später im Landtag und Bundestag – widmete sie sich vor allem der Bildungspolitik. 1969 wurde sie Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft und 1976 Staatsministerin im Auswärtigen Amt.

Als bekennende Linksliberale lehnte sie 1982 anlässlich des Misstrauensvotums gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) die Wahl von Helmut Kohl (CDU) zum neuen Kanzler ab. 1994 schlug die FDP sie für das Amt des Bundespräsidenten vor. Später wurde sie zweimal von den hessischen Grünen als Wahlfrau für die Bundesversammlung aufgestellt.

Aus Protest gegen die als „antiisraelisch“ wahrgenommenen Äußerungen des FDP-Spitzenpolitikers Jürgen Möllemann verließ Hamm-Brücher 2002 ihre Partei, äußerte sich aber bis zuletzt als „freischaffende Liberale“ zu politischen Fragen.

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