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Der „Flügel“ mehr Seilschaft als ideologisches Sammelbecken?

Bayerische AfD-Vorsitzende Corinna Miazga ruft zum Zusammenhalt innerhalb der Partei auf

Sonntag, 22 März 2020 15:06
Corinna Miazga, MdB führt den Landesverband der AfD Bayern Corinna Miazga, MdB führt den Landesverband der AfD Bayern Quelle: youtube

Straubing - Die Bundestagsabgeordnete und bayerische AfD-Vorsitzende Corinna Miazga hofft in der Debatte um eine Auflösung des vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften "Flügels" der AfD auf ein Ende des Streits in der Partei. "Alles, was zur Befriedung beiträgt in der AfD, auch in Bayern, werte ich vorsichtig optimistisch als Beitrag zur Stabilisierung", sagte sie am Sonntag in einer Presseaussendung. "Wir haben gerade andere Sorgen. Auch in der Corona-Krise muss die AfD sich positionieren." Hier sei es wichtig, als geeinte Partei aufzutreten.

Der Bundesvorstand der AfD hatte vergangenen Freitag in Berlin mit großer Mehrheit einen Beschluss verabschiedet, nach dem sich der "Flügel" bis zum 30. April auflösen soll. Der Gründer der Vereinigung, Björn Höcke, erklärte inzwischen selbst, nicht die Konfrontation suchen zu wollen. Gleichzeitig kritisierte der Thüringer AfD-Landeschef aber den Beschluss der Parteiführung, der vor allem durch den AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen offensiv erzwungen wurde.

Corinna Miazga erklärte der Deutschen Presse-Agentur in München weiter, sie werte das als Einlenken. "Und ein Einlenken ist immer zu begrüßen." Miazga könne aber die Folgen noch nicht einschätzen. Möglicherweise könne man sich wieder auf Parteiarbeit konzentrieren. Andererseits sei eine Auflösung nur symbolisch, weil es keine Mitgliedschaften im "Flügel" gebe, die rechtlich überprüfbar seien. Sie bezeichnete die Gruppierung als "Seilschaft". Der „Flügel“ sei keine ideelle Vereinigung.

 

Letzte Änderung am Sonntag, 22 März 2020 16:19
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