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Deutschlandweit verlieren CDU, CSU, SPD, Grüne, Linke und FDP Mitglieder

Auch in Bayern erodiert die SPD und verliert massiv Mitglieder

Donnerstag, 28 Juli 2016 05:14
Logo der SPD Logo der SPD Quelle: SPD

Berlin/München - Die Mitgliederzahlen der Bundestagsparteien gehen zum Teil dramatisch zurück, wie eine Studie des Politikwissenschaftlers Oskar Niedermayer für das letzte Jahr ergeben hat.

Am stärksten vom Mitgliederschwund betroffen ist die SPD, die deutschlandweit 3,7 Prozent ihrer Mitglieder einbüßte. Ende 2015 hatten noch 442.814 Menschen das SPD-Parteibuch. Außerdem haben die Sozialdemokraten ihre Position als mitgliederstärkste Partei an die CDU verloren, die mit einem Minus von 2,9 Prozent nun auf 444.400 Mitglieder kommt.

Auch die anderen etablierten Parteien mussten im letzten Jahr Federn lassen. Die CSU verlor 1,5 Prozent ihrer Mitglieder und kam am Jahresende auf 144.360 Parteifreunde. Vor zehn Jahren zählten die Christsozialen noch über 170.000 Mitglieder. Die Grünen büßten 1,5 Prozent ein und kamen deutschlandweit noch auf 59.418 Mitglieder, die Linke verlor 2,6 Prozent ihrer Genossen und zählte noch 58.989 Mitglieder, und die FDP konnte nach einem Minus von 3,2 Prozent noch 53.197 Mitglieder vorweisen.

Nach Angaben von Parteienforscher Oskar Niedermayer haben die etablierten Parteien seit 1990 zusammen die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Ihr Bestand schrumpfte von 2,4 Millionen auf heute noch rund 1,2 Millionen.

Auch in Bayern laufen den Parteien die Mitglieder weg. Dort haben nur noch 2,2 Prozent der Bürger ein Parteibuch.

Genauso wie im Bund hat die SPD in Bayern mit massiven Mitgliederverlusten zu kämpfen. Ende letzten Jahres verzeichnete der Landesverband nur noch 59.872 Genossen und damit 3,64 Prozent weniger als 2014. Bis Ende Juni 2016 setzte sich dieser Negativtrend fort, und die Mitgliederzahl der bayerischen Sozialdemokraten sank auf 58.886.

Weil auch die Aussichten für die nächste bayerische Landtagswahl trübe sind, will sich die SPD nun wieder als Partei der sozialen Gerechtigkeit darstellen und sich bürgernäher ausdrücken. Das erklärte die Partei jüngst auf ihrem Parteitag im oberpfälzischen Amberg. Generalsekretärin Natascha Kohnen sagte, man müsse „die Idee des sozialen Zusammenhalts so formulieren, dass es jeder versteht“.

Zur programmatischen Grundierung verabschiedeten die 300 Delegierten einen Leitantrag zu den Themen Familie, Arbeit, Wohnen und Ausländerintegration. In dem Papier macht sich die SPD Mut: „Ja, es lässt sich etwas tun gegen steigende Mieten, schlechte Arbeitsbedingungen, überforderte Familien, schlechte Bedingungen für Behinderte sowie gegen Ausgrenzung und Hass. Wir müssen es nur wirklich wollen.“

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