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Verständigung von Flüchtlingskindern in Kitas soll verbessert werden

Asylanten: Bayern stellt bis zu sechs Millionen Euro für Arabisch-Dolmetscher in Kitas bereit

Mittwoch, 14 September 2016 17:02
Asylanten: Bayern stellt bis zu sechs Millionen Euro für Arabisch-Dolmetscher in Kitas bereit Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Das bayerische Sozialministerium stellt im Rahmen des Programms „Zusammenhalt stärken, Integration fördern“ zusätzliche sechs Millionen Euro bereit, um die Verständigung von Asylbewerberkindern in Kitas zu verbessern.

Eine Sprecherin des Ministeriums erklärte: „Die Mittel können für zusätzliche Ausgaben, die bei der Aufnahme von Kindern von Asylbewerbern und Flüchtlingskindern in Kindertageseinrichtungen entstehen, eingesetzt werden.“ Hierzu zählen auch Dolmetscherleistungen und insbesondere Arabisch-Übersetzungen für Kinder. Die entsprechende Förderrichtlinie trat am 1. Juli 2016 in Kraft. 

Das Sozialministerium weist darauf hin, dass Kitas schon vorher eine um 30 Prozent höhere Förderung erhalten haben, um dem gestiegenen Personalaufwand zur Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund Rechnung zu tragen.

Mehr als drei Viertel der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte haben nach Angaben des Sozialministeriums Kita-bezogene Fördermittel für das Kalenderjahr 2016 beantragt.

Auch der Münchner Stadtrat hat vor wenigen Tagen die Teilnahme am Sonderprogramm beschlossen und 100.000 Euro beantragt. Laut einer Sprecherin des Referats für Bildung und Sport geht es um das Erlernen der deutschen Sprache und allgemeine Unterstützungsleistungen für Flüchtlingskinder in Kitas sowie die interkulturelle Fortbildung des Kita-Personals.

Verteilt werden die Fördermittel über die lokalen Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Die Zuwendungshöhe orientiert sich an den Verteilungsquoten der Asylbewerber für die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte. Wegen der hohen Zahl aufgenommener Asylanten hätte die Stadt München aus dem Sonderprogramm des Landes bis zu 550.000 Euro beantragen können. 

Obwohl ihre Partei im jüngsten Positionspapier eine konsequentere Abschiebung von Asylbewerbern ohne Bleiberecht fordert, will Bayerns Familienministerin Emilia Müller alle Flüchtlingskinder unabhängig von der Bleibeperspektive ihrer Eltern möglichst schnell integrieren. In diesem Sinne sagte die CSU-Politikerin: „Kindern aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen möglichst schnell unsere Sprache und die Grundwerte unserer Gesellschaft zu vermitteln, ist ein zentraler Baustein gelingender Integration. Deshalb ist es entscheidend, dass wir die Kitas bei diesen Aufgaben ganz besonders unterstützen.“

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