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Landesvorsitzender gilt als Außenpolitiker der AfD

Asyl für Erdogan-Gegner: Petr Bystron (AfD) provoziert Angela Merkel

Samstag, 13 August 2016 20:25
Petr Bystron führt die AfD Bayern Petr Bystron führt die AfD Bayern Quelle: BAYERN DEPESCHE

München - Der bayerische AfD-Vorsitzende und einer der schärfsten Kritiker des EU-Beitritts der Türkei Petr Bystron fordert in einer Presseerklärung die Bundesregierung auf, den vom türkischen Präsidenten Erdogan verfolgten Eliten des Landes Asyl in Deutschland anzubieten. „Im Austausch für 3.000 Hochschullehrer, hohe Staatsbeamte, Journalisten und Lehrer“ sollen im Rahmen des Türkei-Deals 3.000 abgelehnte Asylbewerber zurück in die Türkei wandern.

Bystron zeigt sich verwundert, warum sich die Bundesregierung bei wirklich politisch Verfolgten wie Julian Assange, Edward Snowden oder eben nun den türkischen Eliten plötzlich nicht mehr an ihre eigene seit Monaten propagierte Willkommenskultur hält. Der AfD-Außenpolitiker verweist auf Massenentlassungen aus dem türkischen Staatsdienst sowie Inhaftierungen vieler Erdogan-Kritiker nach dem gescheiterten Militärputsch als einem hinreichenden Asylgrund.

Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus nutzt Bystron den üblichen Merkel-Sprech, um die Bundesregierung vorzuführen: „Es wäre für die Betroffenen eine Erleichterung und für die Bundesrepublik eine Bereicherung, wenn Tausende gut ausgebildete Lehrer, Journalisten, Professoren, Polizisten und Justizangehörige zu uns kämen“.

Der AfD-Politiker karrikiert in seiner Pressemitteilung auch die in den letzten Monaten von der Regierung verbreiteten Desinformationen über die Integrationschancen der nach Deutschland gekommenen Migranten: So könnten geflohene Türken hierzulande als Lehrer oder als Journalisten arbeiten. Entlassenen türkischen Polizisten bietet Bystron gar Arbeitsmöglichkeiten in der bayerischen Landespolizei, in der Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) nach den Anschlägen von Würzburg, München und Ansbach eine Personalaufstockung für nötig hällt. Bystron erlaubt sich noch einen Seitenhieb auf die zunehmende Bildung von Parallelgesellschaften in Deutschland: „Türkischstämmige Polizisten hätten hierzulande den Vorteil, dass sie bei vielen Einsätzen im multikulturell geprägten Bereich von Großstädten die türkische Sprache beherrschen.“

Ähnlich wie der bayerische AfD-Landesvorsitzende äußerte sich auch Henryk M. Broder in seiner Kolumne für die Welt. Auch Broder fragte süffisant: „Was könnte Deutschland jetzt tun, um Erdogan einen Dämpfer zu versetzen? Wie wäre es damit: Angela Merkel bietet allen Türken, die seit dem „Putsch“ festgenommen wurden, Asyl an. Auch Broder bedient sich genüsslich der Gutmenschen Terminologie: „Die Paar Tausend 'Schutzsuchenden' mehr würde die Bundesrepublik mühelos verkraften, zumal es sich um ausgebildete Fachkräfte handelt.“
Die Bundesregierung und auch Angela Merkel persönlich werden nach den Attentaten immer öfter zum Gespött von Oppositionspolitikern und Teilen der Medien. Erst neulich enthüllte das Manager Magazin, dass die 30 größten DAX-Konzerne von den 1,2 Millionen letztes Jahr eingereisten und von der deutschen Wirtschaft zuerst als „dringend benötigte Fachkräften“ ganze 54 Personen eingestellt haben, wobei 50 davon bei der Deutschen Post als Briefsortierer beschäftigt sind.
Und in einer diese Woche veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Roland Berger kamen die befragten Topmanager deutscher Wirtschaftsunternehmen zu der Erkenntnis, dass Deutschland keine weitere Zuwanderungswelle verkraften könnte, da die meisten Zuwanderer weder die fachlichen noch die sozialen Kompetenzen für eine erfolgreiche Integration besäßen.
Auf Nachfrage der Bayern Depeche bestätigt Bystron, dass auch die AfD die Grenze der Belastbarkeit für die einheimische Bevölkerung durch die Zuwanderung längst überschritten sieht und sich entschieden gegen weitere ungeregelte Zuwanderung wendet, ebenso wie die im Rahmen der „Blauen Allianz“ mit der AfD kooperierende österreichische FPÖ.

Letzte Änderung am Samstag, 13 August 2016 22:14
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