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Zum Tatzeitpunkt waren auch vier Kinder im Haus

Anschlag auf Wohnhaus und Auto der bayerischen AfD-Politikerin Katrin Ebner-Steiner

Montag, 20 Juni 2016 17:04
Anschlag auf Wohnhaus und Auto von Vorstandsmitglied der AfD Bayern Anschlag auf Wohnhaus und Auto von Vorstandsmitglied der AfD Bayern Quelle: AfD Bayern

Metten - In der Nacht auf Freitag haben bislang unbekannte Täter mit Farbe und flüssigem Teer einen Anschlag auf das Wohnhaus und Auto der AfD-Politikerin Katrin Ebner-Steiner in Metten bei Deggendorf verübt. Die 37-jährige Mutter von vier Kindern gehört dem Landesvorstand der bayerischen AfD an und ist Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Deggendorf.

Die Polizei geht davon aus, dass die Hausfassade sowie das Auto mit einem selbst befüllten Feuerlöscher beschmutzt wurden, der am Haus zurückgelassen wurde. Ebner-Steiner sagte dazu: „Ich bewerte das als weitere Drohung mit einem Brandanschlag gegen mich und meine ganze Familie.“ Zum Tatzeitpunkt hielt sie sich mit ihren Kindern im Haus auf.

Die AfD-Politikerin vermutet die Täter in linksextremen Kreisen. Wahrscheinlich steht die Tat im Zusammenhang mit der am Samstag in Deggendorf stattgefundenen Kundgebung von Ebner-Steiner mit dem thüringischen AfD-Chef Björn Höcke. In den Sozialen Medien kursierten Aufrufe von AfD-Gegnern unter der Parole „Höcke kommt? Die Antifa auch!“. Zudem wurde dort für die Gegendemonstration geworben und die Anreise von AfD-Gegnern aus Passau und Regensburg koordiniert.

Katrin Ebner-Steiner betonte: „Ich lasse mich von dieser Form der Gewalt nicht einschüchtern.“ Vielmehr müsse der zunehmende „Alltagsterror der linken Hooligans bekämpft werden“. Sie forderte von allen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen einen Konsens darüber, dass Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung zu ächten ist. Von SPD, Grünen, Linken, Gewerkschaften und „Bunten Bündnissen“ verlangte sie, sich mit der AfD inhaltlich auseinanderzusetzen anstatt sie „mit Hass- und Hetzparolen zu überziehen und Angst vor ihr zu schüren“. Das sei „geistige Brandstiftung“.

Auch Bayerns AfD-Landeschef Petr Bystron hat führende Politiker von SPD, Linken und Grünen beschuldigt, die linksextreme Szene gegen die AfD aufzuhetzen.

Der Leiter der Kriminalpolizeistation Deggendorf, Kriminalhauptkommissar Martin Vöst, geht ebenfalls von einer politisch motivierten Tat aus. Bei dem gezielten Angriff auf das Auto und Wohnhaus der AfD-Politikerin sieht er ein gewisses Gewaltpotenzial und will einen Zusammenhang mit der AfD-Kundgebung nicht ausschließen. Der Gesamtschaden wird von der Polizei auf rund 15.000 Euro geschätzt.

Die Ermittlungen hat inzwischen das Fachkommissariat Staatsschutz in Straubing übernommen.

Bei der AfD-Kundgebung am Samstagnachmittag auf dem Oberen Stadtplatz in Deggendorf sprach der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke über „das Versagen der politischen Klasse“ und warf ihr vor, das deutsche Volk durch eine „multikulturelle Revolution beseitigen“ zu wollen. Die deutschen Sozialsysteme würden durch den Massenzustrom Fremder zerstört, was Höcke als „klar verfassungswidrig“ bezeichnete.

Prominentester Redner der Gegenkundgebung auf dem Luitpoldplatz war der bayerische SPD-Vorsitzende Florian Pronold, der vor „Rassismus, Intoleranz und Dummheit“ warnte.

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