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Politikerzufriedenheit

Alice Weidel (AfD) und Andreas Scheuer (CSU-Verkehrsminister) in Beliebtheit gleich auf

Donnerstag, 01 Oktober 2020 14:11
Gewinnt Alice Weidel (AfD) bundespolitisch an Format? Gewinnt Alice Weidel (AfD) bundespolitisch an Format?

Berlin - Die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD und Co-Fraktionsvorsitzende der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag Alice Weidel (Jahrgang 1979) liegt in der Beliebtheit in der Bevölkerung gleichauf mit dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Das hat eine neue Erhebung von Infratest Dimap für die ARD ergeben, die beiden einen Zufriedenheitswert von 12 Prozent ausweist. Damit liegt Alice Weidel – einzige ausgewiesene AfD-Politikerin – zwei Prozentpunkte höher als bei der letzten Erhebung im Juli und ebenfalls zwei Prozent höher als ihre Partei.

Für Andreas Scheuer dürfte ein Beliebtheitswert auf dem bedingt durch die Polarisierung niedrigen Niveau eines AfD-Spitzenpolitikers zur Unzeit kommen, stellt er sich doch gerade in einem Untersuchungsausschuss den harschen Vorwürfen der Opposition in Hinblick auf das Auto-Maut-Debakel.

Deutsche sind mit Spitzenpolitikern überwiegend unzufrieden

Es liegen jedoch lediglich Angela Merkel (72 Prozent), Kandidat für den CDU Parteivorsitz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (62 Prozent), der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (52 Prozent, allerdings deutlicher Verlust von 7 Prozent) und Bundesjustizminister Heiko Maas (51 Prozent) oberhalb der 50-Prozent-Marke bei der Politikerzufriedenheit.

Für Alice Weidel stellt die Steigerung und der Wert oberhalb des Umfrageergebnisses für die AfD, die auf zehn Prozentpunkte taxiert wird, hingegen ein persönlicher Erfolg dar. Die baden-württembergische Landesvorsitzende hat durch den für den Parteifrieden sehr wohltuenden Verzicht von Jörg Meuthen auf eine Bundestagskandidatur an Statur und Bedeutung in der Partei gewonnen.

„Rechts. Deutsch. Radikal.“-Doku schadet AfD in Umfragen bislang nicht

Bislang wenig geschadet zu haben scheint der Partei der Skandal um den ursprünglich aus der FDP stammenden, ehemaligen Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion Christian Lüth, der laut der ProSieben Dokumentation „Rechts. Deutsch. Radikal.“ in einem vertraulichen Gespräch mit einem Lockvogel die Erschießung von Migranten ins Spiel gebracht hatte, woraufhin die AfD-Bundestagsfraktion den Arbeitsvertrag mit dem ohnehin bereits wegen Verfehlungen beurlaubten Lüth einstimmig beschloss zu kündigen. Obwohl die Erhebung von Infratest Dimap zumindest am Ausstrahlungstermin (28.09.) und dem Folgetag stattfand, konnte die Partei ihre zehn Prozentpunkte halten.

Jeder Zweite Ostdeutsche ist mit BRD-Demokratie unzufrieden

Der laute und kritische Kurs der Partei scheint bei einer stabilen Minderheit zu verfangen. Den Nährboden zeigt die Infratest Dimap Umfrage deutlich auf: Nur 50 Prozent der Ostdeutschen sind mit der Demokratie in Deutschland zufrieden, 49 Prozent sind es nicht. Auch in Westdeutschland geben immerhin 31 Prozent an, weniger oder gar nicht zufrieden zu sein.

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