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Meinungsbildungsprozess in CSU noch nicht abgeschlossen

Aktuelle Umfrage: Große Mehrheit der Bayern für Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium

Mittwoch, 08 Juni 2016 16:44
Aktuelle Umfrage: Große Mehrheit der Bayern für Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Sollen Schüler in Bayern acht oder neun Jahre auf das Gymnasium gehen? Neue Umfragewerte geben den Gegnern der verkürzten Gymnasialzeit weiteren Auftrieb und setzen die CSU-Staatsregierung unter Zugzwang.

Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts GMS im Auftrag von Sat.1 Bayern tritt im Freistaat nicht nur eine Mehrheit der Eltern und Schüler, sondern auch der Gesamtbevölkerung für eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium ein. So sprachen sich 59 Prozent der Befragten für das neunjährige Gymnasium (G9) und nur 34 Prozent für die Beibehaltung des achtjährigen Gymnasiums (G8) aus. Sieben Prozent konnten oder wollten keine Angabe machen.

Das Stimmungsbild deckt sich mit den Ergebnissen eines derzeit laufenden Pilotversuchs der Staatsregierung. Im Rahmen des Projektes „Mittelstufe Plus“ können sich Schüler und Eltern an 47 Gymnasien für eine um ein Jahr verlängerte Mittelstufe entscheiden. Damit haben sie de facto die Wahlmöglichkeit zwischen einer acht- und neunjährigen Gymnasialzeit. Das bisherige Ergebnis ist deutlich: zwei Drittel entscheiden sich für die längere Schulzeit.

Damit wächst der politische Druck auf die CSU zur flächendeckenden Einführung von G9-Zügen an Gymnasien.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erklärte, dass es noch keine entsprechenden Pläne gebe. Erst auf einer Kabinettsklausur im Juli solle die Streitfrage G8/G9 im Lichte der Ergebnisse des Pilotversuchs erörtert werden. Es gehe dann um „das weitere Verfahren und um Verlässlichkeit in der Bildungspolitik“. 

Nach Auffassung von Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (CSU) ist es für eine abschließende Bewertung des Modells „Mittelstufe Plus“ noch zu früh. Bayerns Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU) sagte, dass man die zweijährige Erprobungsphase nicht voll ausschöpfen werde, um rechtzeitig zum Schuljahresbeginn 2017/18 ein endgültiges Gymnasialkonzept umsetzen zu können. Seehofer selbst hatte bei einem Basis-Kongress der CSU in Fürstenfeldbruck Sympathien für ein Angebot sowohl acht- als auch neunjähriger Züge erkennen lassen.

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