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Martin Hebner zu angeschlagen?

AfD-Landesliste Bayern zur Bundestagswahl noch weitgehend offen

Sonntag, 10 Januar 2021 21:12
Der AfD-Landtagsabgeordnete Uli Henkel im Gespräch mit Johannes Kraus von Sande von der BAYERN DEPESCHE. Der AfD-Landtagsabgeordnete Uli Henkel im Gespräch mit Johannes Kraus von Sande von der BAYERN DEPESCHE. Quelle: BAYERN DEPESCHE

München - Die aktuelle Corona-Pandemie behindert derzeit auch die Vorbereitungen der AfD-Bayern zur kommenden Bundestagswahl. „Wir haben schon einige Aufstellungsversammlungen erfolgreich hinter uns gebracht, dann war es jedoch kaum mehr möglich, Versammlungen abzuhalten“, äußert sich Andreas Winhart gegenüber BAYERN DEPESCHE. Wie man sowohl von ihm, als auch von Uli Henkel MdL erfährt, haben wohl insgesamt die derzeit im Bundestag vertretenen Abgeordneten die besten Chancen, auch wieder auf vordere Listenplätze zu gelangen und abermals in den Deutschen Bundestag einzuziehen. „Die Zeit des Glücksrittertums in der Partei ist vorbei“, lässt Winhart verlautbaren, man kenne inzwischen die potentiellen Bewerber wesentlich besser als in der Anfangsphase der AfD, was dem Auswahlprozess insgesamt nur zu Gute kommen könne.

Wenn es die Lage wieder zulasse, werde man selbstverständlich mit der Aufstellung der Direktkandidaten fortfahren und mit Glück auch irgendwann wieder eine Versammlung zur Listenaufstellung als Präsenzveranstaltung durchführen können. Ganz vorne gesehen wird hierbei von vielen Seiten die aktuelle Landesvorsitzende Corinna Miazga MdB aus Niederbayern, die derzeit jedoch noch mit gesundheitlichen Problemen kämpft. Sowohl politisch als auch persönlich erhält sie im Moment einen regelrechten Ansturm von Sympathiebekundungen und Unterstützungsangeboten.

Auch Peter Boehringer, der für den Wahlkreis Amberg angetreten war, werden wieder gute Chancen für einen Wahlerfolg eingeräumt, da er ebenfalls einen der vorderen Listenplätze belegen dürfte.

Martin Hebner MdB, der 2017 für den Wahlkreis Starnberg antrat, wird wohl aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl antreten.

Hansjörg Müller MdB, der über den Stimmkreis Traunstein in den Bundestag eingezogen war, wurde hier mittlerweile nicht mehr als Direktkandidat für die Wahl 2021 gewählt und hofft nun auf eine Chance in einem anderen Wahlkreis oder über die Landesliste, wie man hört.

Die Partei verfüge inzwischen über ein ausreichendes Angebot an Nachwuchspolitikern und es sei insoweit keinerlei Problem, eventuelle Lücken bei den zur Verfügung stehenden Kandidaten zu schließen. Insgesamt erwarte man allerdings, dass es einige Kandidaten weniger in den Bundestag schaffen würden, da die Umfragewerte der AfD Bayern unter denjenigen des Jahres 2017 lägen.

Fragt man hier nach der zentralen Verantwortlichkeit für diese Entwicklung in Bayern, fallen nicht gerade selten die Namen Katrin Ebner-Steiner MdL und Martin Sichert MdB. Ebner-Steiner sei hierbei durch einen falschen und rechtslastigen, von Björn Höcke beeinflussten oder gar vorgegebenen politischen Kurs und Skandale um ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag beim Wähler sehr negativ aufgeschlagen, Martin Sichert habe als Landesvorsitzender zu blass gewirkt und teils die nötige Führungsstärke vermissen lassen.

Ansonsten sei das Rennen insgesamt sehr offen, wird allgemein betont. Ein positives und erfolgreiches Engagement in der Partei und natürlich eine überzeugende Rede im Rahmen der anstehenden Aufstellungsversammlungen kann sich daher in den nächsten Monaten für die Interessenten für einen Sitz im Bundestag durchaus noch lohnen und entsprechend auszahlen. Der Druck von außen und die drohende Beobachtung durch den Verfassungsschutz dürfte nach Einschätzung externer Beobachter insgesamt dazu führen, dass es Vertreter des rechtsnationalen Lagers um Björn Höcke bei den anstehenden Aufstellungsversammlungen eher schwer haben werden, zumindest soweit die Mitgliederstruktur im betreffenden Kreisverband und Wahlkreis ausgewogen ist. In verschiedenen Kreisverbänden und Wahlkreisen dominieren jedoch auch vielfach nicht gerade zufällig Vertreter des ehemaligen „Flügels“, weswegen zwangsläufig auch Kandidaten aus dessen Reihen zum Zuge kommen werden. Dieser Umstand dürfte jedoch sowohl was den Wahlerfolg insgesamt angeht als auch bezogen auf das Problem der drohenden Beobachtung durch den Verfassungsschutz durchaus zu einem Spiel mit dem Feuer werden. Hier sind die Parteimitglieder besonders dazu aufgerufen, sich über die zur Verfügung stehenden Kandidaten ausreichend im Vorfeld zu informieren und auszutauschen.

BAYERN DEPESCHE sprach u.a. mit den Landtagsabgeordneten Andreas Winhart, Uli Henkel und Franz Bergmüller.

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