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Bei Frage nach Kassenbericht:

AfD-Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner verletzt Landtagskollegen Ulrich Singer

Mittwoch, 14 Oktober 2020 13:02
Nur relativ schwer gezeichnet hielt Ulrich Singer nun seine Rede im Plenum des Bayerischen Landtags Nur relativ schwer gezeichnet hielt Ulrich Singer nun seine Rede im Plenum des Bayerischen Landtags Quelle: BAYERN DEPESCHE

München - Bei der weiteren Suche nach Klarheit zu den Finanzen in der bayerischen AfD-Landtagsfraktion kam es in der Fraktionssitzung vom 13.10. im Maximilianeum zu einem Wutausbruch der Fraktionsvorsitzenden Ebner-Steiner, durch den deren Kollege Ulrich Singer an der Hand nicht unerheblich verletzt wurde. Singer musste anschließend von im Landtag bereits anwesenden Sanitätern ärztlich versorgt werden.

Wie mehrere Abgeordnete gegenüber BAYERN DEPESCHE übereinstimmend erklärten, waren Ulrich Singer und seine Kollegen in der Sitzung bemüht, vom Fraktionsvorstand und insbesondere Katrin Ebner-Steiner Details zu den Fraktionsfinanzen zu erfahren. Insbesondere ging es hierbei um Fahrten der Fraktionsvorsitzenden mit ihrem Dienstwagen, eine Reise mit einem geschätzten Kollegen nach Südafrika sowie um die Aufklärung der Beschäftigungsverhältnisse in der Fraktion. Die Fahrtenbücher ihres 7-er BMW wurden von Ebner-Steiner auch nach vielfachen Aufforderungen durch ihre Kollegen nicht vorgelegt und geforderte Auskünfte nicht erteilt.
Singer hatte Fragen zum Thema gestellt, die der Fraktionsvorsitzenden Ebner-Steiner aktuell offensichtlich nicht angenehm waren. In der Folge kam es zu einem Wortgefecht und danach zu einem unkontrollierten Wutausbruch Ebner-Steiners. Sie schlug mit großer Wucht in die Richtung Singers, wobei der Schlag jedoch jäh durch eine Plexiglasscheibe gebremst wurde, die eigentlich auf Geheiß der Landtagspräsidentin zum Schutz der Abgeordneten vor dem Coronavirus angebracht worden war. Hierbei ging die Scheibe zu Bruch und der Abgeordnete Singer wurde durch die entstandenen Bruchstücke der Wand an der Hand verletzt. Durch den Vorfall zeigte sich auch klar, dass die von der bayerischen Staatsregierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie angeordneten Maßnahmen vielfach nicht ausreichend durchdacht sind, oft wesentlich zu kurz greifen und teils sogar für die CSU unerwartete Kollateralschäden nach sich ziehen. Das verwendete Material war ganz offensichtlich nicht ausreichend an die Anforderungen in der bayerischen AfD-Fraktion angepasst worden; hier wäre eherbruch- und schusssicheres Panzerglas das Mittel der Wahl gewesen.

Im Rahmen der anschließenden Versorgung durch im Landtag bereits routinemäßig vorgehaltene Sanitäter musste die Hand Singers rundum verbunden werden. Zu einer Beantwortung der Fragen Singers kam es nach dem Vorfall dann nicht mehr.
Das dramatische Geschehen behinderte im weiteren auch die geplanten Recherchearbeiten der BAYERN DEPESCHE zum Thema der Beschäftigungsverhältnisse in der Fraktion, da Ulrich Singer verletzungsbedingt als Interviewpartner nicht mehr zur Verfügung stand und seine Kollegen teilweise nochunter Schock standen. Hier stellt sich die Situation aktuell dergestalt dar, dass die Abgeordneten als Arbeitgeber wegen Auskunftsverweigerung durch den Fraktionsvorstand nicht wissen, wen sie derzeit überhaupt beschäftigen oder mit wem der Vorstand sonst Dienstleistungsverträge geschlossen hat.Da der aktuelle Vorstand in der Vergangenheit bereits Mitarbeiter mit NPD-Vergangenheit und Kontakten ins rechtsextreme Milieu gegen den Willen der Mehrheit der Abgeordneten beschäftigt hatte und auch sonst unerwünschter Missbrauch getrieben wurde, besteht hier nachvollziehbar ein großer Klärungsbedarf.

Trotz der widrigen und teilweise gefährlichen Bedingungen der Recherche wird BAYERN DEPESCHE jedoch zum Thema Fraktionsfinanzen und Angestellte der AfD-Landtagsfraktion weiter am Ball bleiben.

Letzte Änderung am Mittwoch, 14 Oktober 2020 14:05
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