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Neues Verfahren

Ab 2017 soll Kükentöten verboten werden

Dienstag, 31 März 2015 00:57
Christian Schmidt, CSU Christian Schmidt, CSU Quelle: christian-schmidt.de

Berlin - Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) scheint sich dem Druck zahlreicher Umweltpolitiker und Tierschutzaktivisten zu beugen. Er hat sich nun dafür ausgesprochen, das Töten männlicher Kühen zu verbieten. Bisher werden männliche Küken der Legelinie getötet und entsorgt, weil sie keine Eier legen können. Männliche Küken überleben den ersten Tag ihres Lebens nur, wenn sie in die Fleischlinie kommen. Schmidt dazu: „Wir sprechen hier von männlichen Küken aus den sogenannten Legelinien. Masthähnchen – die durchaus auch weiblich sein können – stammen aus sog. Fleischlinien. Hier findet eine Sortierung nach Geschlecht nicht statt.“

Schmidt zu seinen Plänen: „Ab Ende 2016 sollen die ersten ‚tötungsfreien’ Bruteier auf den Markt kommen. Mein Ziel ist es, dass das Kükenschreddern 2017 aufhört, aber dazu muss die Wirtschaft mithelfen.“ Konkret ist geplant, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem schon im Ei erkannt werden kann, ob sich daraus ein männliches oder ein weibliches Küken entwickeln wird. Somit soll verhindert werden, dass die männlichen Küken schlüpfen. Schmidt dazu weiter: „Wir stehen kurz vor dem Abschluss des technischen Verfahrens.“ Sollte ein Verfahren entwickelt werden, das den Anforderungen genügt, „müssen dann schnellstmöglich in den Brütereien die entsprechenden Geräte angeschafft werden, damit es kein Schreddern mehr geben wird“. Wie realistisch es ist, bis zum Jahr 2017 das Massentöten zu beenden, ist ungewiss, da das Ministerium bereits seit dem Jahr 2008 derartige Forschungsprojekte unterstützt. Bereits im Februar hatte Schmidt angekündigt, „noch vor Ostern einen realistischen Zeitplan zum Ausstieg aus der Kükentötung“ zu entwickeln. Schmidt will, dass Deutschland Vorreiter für mehr „Tierschutz in der Eierproduktion“ wird.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht davon aus, dass jährlich etwa 21 Millionen Küken sofort nach dem Schlüpfen vergast und geschreddert werden. Andere Quellen gehen gar von 50 Millionen Küken aus.

Schmidt rechnet nicht damit, dass die Abschaffung der Kükentötung zu erheblichen Preissteigerungen führen wird. Schmidt dazu weiter: „Die Methode, die wir fördern, ist die billigste. Der Preis für ein Ei wird um maximal ein bis zwei Cent steigen. Wer will, dass Küken nicht mehr geschreddert werden, wird den Aufpreis gerne zahlen. Inwieweit die Verbraucher das überhaupt spüren werden, bleibt abzuwarten.“

In der Tat ist es so, dass die Verbraucher durch bewussteren Konsum dazu beitragen können, Druck auf die Wirtschaft auszuüben, grundlegende Aspekte artgerechter Tierhaltung umzusetzen.

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