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Bayerns Polizei führte vom 19. bis zum 20. April rund 230.000 Kontrollen durch

8.941 Geschwindigkeitsverstöße bei bayerischem „Blitzmarathon“ festgestellt

Freitag, 21 April 2017 22:22

München - Während Politiker immer beteuern, es gehe nur um Verkehrserziehung, halten viele Bürger den „Blitzmarathon“ für Schikane, um Geld in die Kassen der öffentlichen Hand zu spülen. Vom 19. bis zum 20. April war es auch in Bayern wieder soweit: insgesamt 1.900 Polizisten sowie mehr als 50 Messtechniker der Gemeinden und Zweckverbände der kommunalen Verkehrsüberwachung kontrollierten an mehr als 1.900 Messstellen die Geschwindigkeit der Autofahrer.

Obwohl die Messstellen vorher im Internet unter www.sichermobil.bayern.de abrufbar waren, gingen der Polizei bei rund 230.000 gemessenen Fahrzeugen genau 8.941 Geschwindigkeitssünder ins Netz. Das Gros der Autofahrer war angesichts der angekündigten Massenkontrollen aber langsamer unterwegs. Über Geschwindigkeitsverstöße hinaus hat die Polizei mehr als 650 weitere Delikte festgestellt und konnte beispielsweise verkehrsunsichere Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln aus dem Verkehr ziehen.

Trauriger Spitzenreiter war ein BMW-Fahrer, der in Oberbayern auf der B16 bei Weichering mit 181 Stundenkilometern anstatt der erlaubten 100 aufgehalten wurde. Ihm drohen eine Geldbuße von 1.200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte: „Dort, wo die Einsicht fehlt, werden wir auch in Zukunft mit konsequenten Kontrollen nachhelfen und unverantwortliche Raser aus dem Verkehr ziehen.“

Im Juli wird die bayerische Polizei über die üblichen Geschwindigkeitskontrollen hinaus Schwerpunktaktionen gegen Raser durchführen. In den Monaten Juni, Juli und August ereignen sich erfahrungsgemäß die meisten tödlichen Verkehrsunfälle.

Laut Herrmann ist zu hohe Geschwindigkeit immer noch die Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle. 195 und damit rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle gingen 2016 auf Raser zurück. Die Zahl der dabei getöteten Menschen erhöhte sich deutlich auf 215. „Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern höchstgefährlich. Nur wenige Stundenkilometer zu viel können oft den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten“, sagte der Innenminister.

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