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Mehrheit der CSU-Wähler fordert Beharren auf Zuwanderungs-Obergrenze

48 Prozent der CSU-Anhänger gegen Merkel als Kanzlerkandidatin, nur 50 Prozent dafür

Freitag, 10 Februar 2017 19:02
48 Prozent der CSU-Anhänger gegen Merkel als Kanzlerkandidatin, nur 50 Prozent dafür Quelle: CSU

München - Die Entscheidung der CSU-Führung, die erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel zu unterstützen, um geschlossen in den Bundestagswahlkampf ziehen zu können, spaltet die CSU-Wählerschaftin zwei gleich große Lager.

Auf die Frage: „Begrüßen Sie den Beschluss der CSU zugunsten von Angela Merkel als gemeinsamer Kanzlerkandidatin oder nicht?“ antworteten nur 50 Prozent der CSU-Anhänger mit Ja, 48 Prozent sprachen sich gegen Merkel als gemeinsame Kanzlerkandidatin der Unionsparteien aus, und zwei Prozent zeigten sich unentschlossen. 

Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Hamburger Instituts GMS im Auftrag von „SAT.1 Bayern“. Im Zeitraum vom 2. bis zum 8. Februar 2017 wurden dafür 1.030 repräsentativ ausgesuchte Personen telefonisch befragt. 

Die bescheidene Zustimmung der CSU-Wähler zur Kandidatin Merkel hängt offenbar mit deren trotziger Ablehnung einer jährlichen Zuwanderungs-Obergrenze von 200.000 Asylbewerbern zusammen. Die Losung der bayerischen AfD „Wer CSU wählt, der bekommt Merkel“ dürfte den Christsozialen deshalb im Wahlkampf noch zu schaffen machen. 

Die Drohung von CSU-Chef Horst Seehofer, ohne eine solche Obergrenze nach der Bundestagswahl in die Opposition zu gehen, wird von einer großen Mehrheit unterstützt. Die Frage: „Soll die CSU bei einer Regierungsbeteiligung auf einer Flüchtlings-Obergrenze beharren und sonst in die Opposition gehen?“ beantworteten 59 Prozent der CSU-Anhänger mit einem Ja. 37 Prozent sagten Nein, die Partei solle nicht auf der Obergrenzen-Forderung bestehen, und vier Prozent wollten keine Angabe machen. 

In Bayern kann die SPD keinen wirklichen „Schulz-Effekt“ für sich verbuchen, wenn nach der derzeitigen Wahlpräferenz gefragt wird. Wäre an diesem Sonntag Bundestagswahl, würden 44 Prozent der Bayern die CSU wählen, 20 Prozent die SPD, 10 Prozent die AfD, 10 Prozent die Grünen, sechs Prozent die FDP, und vier Prozent würden für Die Linke votieren. Die im Landtag vertretenen Freien Wähler erhielten genau wie die Sonstigen drei Prozent. 

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte zu den Umfragewerten: „Es wird ein harter Wahlkampf, bei dem es ums Ganze geht. Die Fronten sind jetzt klar: Der Gegner der CSU ist Rot-Rot-Grün. Wir werden deutlich machen: Wer Schulz wählt, bekommt Rot-Rot-Grün. Und diese Linksfront bedeutet Abstieg für Deutschland.“

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