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Immer noch bedenkliche Grenzwertüberschreitungen bei Wildfleisch

30 Jahre nach Tschernobyl kritisiert SPD unzureichenden Verbraucherschutz bei belastetem Wildfleisch

Montag, 25 April 2016 19:32
30 Jahre nach Tschernobyl kritisiert SPD unzureichenden Verbraucherschutz bei belastetem Wildfleisch Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Fast genau 30 Jahre nach der Atomkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl hat der verbraucherschutzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im bayerischen Landtag auf fortbestehende Gesundheitsgefahren durch radioaktiv belastetes Wildfleisch hingewiesen. Florian von Brunn verlangt von der bayerischen Staatsregierung aufgrund des teilweise immer noch stark belasteten Wildfleischs mehr Vorsorge und Transparenz: „Wir haben beim Wildschwein in Bayern teilweise immer noch eine vielfache Überschreitung des Grenzwerts für Cäsium 137. Die Staatsregierung versäumt es aber, die Verbraucher ausreichend zu informieren. Außerdem werden längst nicht alle erlegten Tiere überprüft.“

Von Brunn weist darauf hin, dass der Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm Fleisch in einem Fall selbst nach den offiziellen Zahlen um das 16-fache überschritten wurde. Nach anderen, unabhängigen Messungen liegen manche Werte noch beträchtlich höher. „Die Staatsregierung muss umgehend alle Messwerte im Internet veröffentlichen lassen. Dabei dürfen keine Ausnahmen gemacht oder gar Spitzenwerte ausgelassen werden“, so der SPD-Verbraucherschutzexperte. „Außerdem muss sofort geklärt werden, warum nur ein Teil der erlegten Wildschweine überhaupt getestet wird.“

Der Münchner Abgeordnete verweist auf die Empfehlung des Bundesamtes für Strahlenschutz, jegliche Strahlenbelastung so niedrig wie möglich zu halten: „Verharmlosende Vergleiche mit der natürlichen Strahlung und der Belastung bei Flugreisen sind irreführend, denn die Strahlenbelastung aus der Nahrung muss dann noch dazu addiert werden. Außerdem gibt es bei Wildschweinen erschreckende Extremwerte.“

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