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Kampfmittelbeseitigungsdienst arbeitet im Auftrag des bayerischen Innenministeriums

2015 in Bayern mehr als 100 Bombenblindgänger und 60 Tonnen Weltkriegsmunition beseitigt

Montag, 20 Juni 2016 16:52
B-17G-Bomber der USAAF auf dem Weg nach Westfalen (1944) B-17G-Bomber der USAAF auf dem Weg nach Westfalen (1944)

München - Auch über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges werden bei Bauarbeiten immer noch Bombenblindgänger und Granaten entdeckt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) informierte deshalb über den Stand der Kampfmittelbeseitigung: „Der Kampfmittelbeseitigungsdienst entsorgt und beseitigt auf Kosten des Freistaates Bayern die Kampfmittel, etwa 64 Tonnen im Jahr 2015. Darunter waren auch 139 alliierte Spreng- und Splitterbomben, bei denen regelmäßig die Zünder vor Ort entfernt werden mussten.“

Nach der Einschätzung von Experten detonierte etwa zehn Prozent der im Zweiten Weltkrieg abgeworfenen Bombenlast nicht. „Dort, wo es Bombardierungen gab – etwa im Umfeld von ehemaligen Rüstungsbetrieben oder städtischer Infrastruktur – muss auch heute noch mit Bombenblindgängern gerechnet werden“, so Herrmann.

Dem Verdacht auf möglicherweise vorhandene Kampfmittel nachzugehen, liegt in der Verantwortung von Grundstückseigentümern und Bauherren. Bei der Auswertung von Kriegsluftbildern können darauf spezialisierte Firmen helfen. Sind konkrete Maßnahmen veranlasst, müssen Fachfirmen mit der Suche und Bergung beauftragt werden. „Die Entsorgung der geborgenen Funde erfolgt dann kostenfrei durch den vom Innenministerium vorgehaltenen Kampfmittelbeseitigungsdienst", erläuterte der Innenminister.

Die Aufgaben der Kampfmittelbeseitigung hat das bayerische Innenministerium einer Fachfirma mit Sprengkommandos in München und Nürnberg übertragen. Die zehn Spezialisten der Firma gingen 2015 über tausend Meldungen nach. Jährlich fallen dadurch Kosten von rund 800.000 Euro an.

Herrmann lobte den Einsatz der Kampfmittelbeseitiger: „Die Arbeit dieser Spezialisten ist mit einem hohen persönlichen Risiko verbunden. Umso mehr freut mich, dass auch 2015 niemand zu Schaden kam.“

Informationen mit Hinweisen für Betroffene und Adresslisten von Fachfirmen für Luftbildauswertung und Kampfmittelbeseitigung können hier abgerufen werden: www.innenministerium.bayern.de/sus/katastrophenschutz/kampfmittelbeseitigung/index.php

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