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Unbehandelte Pollenallergien können zu Asthma bronchiale führen

„Elektronisches Polleninformationsnetzwerk Bayern“ soll Allergikern und Asthmatikern helfen

Dienstag, 04 April 2017 22:59

München - Experten zufolge leidet jeder fünfte Deutsche unter einer Überempfindlichkeit oder Allergie, wobei Heuschnupfen die häufigste Allergieform ist. Ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Umweltverschmutzung können das Allergierisiko noch erhöhen.

Allein in Bayern sind nach Erkenntnissen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) über zwei Millionen Menschen von einer Allergie und von Überempfindlichkeits-Reaktionen betroffen – darunter rund 330.000 Kinder und Jugendliche. Etwa 490.000 Erwachsene und circa 85.000 Kinder und Jugendliche leiden an Asthma bronchiale. Überhaupt haben etwa 40 Prozent der unbehandelten Allergiker im Schnitt nach acht Jahren chronisches Asthma bronchiale.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml warnte nun davor, die Folgen einer Pollenallergie zu unterschätzen: „Wer an Symptomen wie juckenden Augen oder triefender Nase leidet, sollte unbedingt beim Arzt klären lassen, ob es sich um eine echte Allergie handelt. Denn eine unbehandelte Pollenallergie kann sogar zu Asthma führen.“ Die CSU-Politikerin, die approbierte Ärztin ist, unterstrich: „Es kann auch zu Kreuzallergien kommen, etwa bei Birkenpollenallergikern, die kein Kernobst vertragen. Sie sollten während der Pollenflugsaison Äpfel und Kirschen meiden.“ Wenn Betroffene Allergene zusätzlich über die Nahrung aufnähmen, könne dies zu schweren und bisweilen lebensbedrohlichen Schockzuständen führen. Hier müsse ein Allergietest Aufschluss geben.

Medizinisch notwendige Allergietests bieten Hausärzte, Internisten, Kinderärzte und natürlich Allergologen an. Bei einem konkreten Verdacht auf eine allergische Erkrankung ist die Untersuchung im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten.

Nach Angaben Humls hat der Freistaat Bayern in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro in Allergie-Forschungsprojekte investiert. Derzeit werde unter Federführung ihres Hauses das weltweit einmalige elektronische Polleninformationsnetzwerk Bayern (ePIN) aufgebaut. Damit sollten Allergiker und Asthmatiker zukünftig mit aktuelleren und ortsspezifischeren Daten zum Pollenflug versorgt werden. „Denn nur wer weiß, welche Pollen wann und wo fliegen, kann entsprechende Vorsorgemaßnahmen ergreifen und seine Medikamente zielgenau einnehmen“, so die Gesundheitsministerin. Noch in diesem Jahr werde mit dem Probebetrieb von ePIN begonnen, um im Jahr 2019 an acht bayerischen Pollenmessstationen den Regelbetrieb aufzunehmen.

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