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Landgericht Augsburg hat Haftverkürzung für Ex-Bayern-München-Präsident zugestimmt

Uli Hoeneß wird am 29. Februar vorzeitig aus der Haft entlassen

Dienstag, 19 Januar 2016 19:25
Uli Hoeneß Uli Hoeneß Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Harald Bischoff | CC BY-SA 3.0

München - Anfang November letzten Jahres stellte der frühere Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, einen Antrag auf Haftverkürzung, dem das Landgericht Augsburg jetzt stattgegeben hat. Schon am 29. Februar wird Hoeneß vorzeitig aus der Haft entlassen.

Wie das Landgericht Augsburg mitteilt, lägen die gesetzlichen Voraussetzungen für die Zustimmung zum Antrag auf „Halbstrafe“ vor. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre mit der Auflage festgesetzt, dass Hoeneß einen möglichen Wohnortwechsel bei der Strafvollstreckungskammer anzeigt. In der Gerichtsmitteilung heißt es, bei der Entscheidung für die vorzeitige Haftentlassung seien „die Persönlichkeit des Verurteilten, sein Vorleben, die Umstände seiner Tat, sein Verhalten im Vollzug und seine Lebensverhältnisse“ berücksichtigt worden.

Hoeneß kommt nach der Entscheidung der Landrichter bereits nach 21 Monaten Haft frei. Gewöhnlich werden Haftstrafen selbst bei guter Führung frühestens nach zwei Dritteln der Haftzeit zur Bewährung ausgesetzt. Somit hätte der ehemalige Bayern-München-Präsident eigentlich zwei Jahre und vier Monate seiner Strafe absitzen müssen.

Mitte März 2014 hatte das Landgericht München den Fußball-Manager wegen siebenfacher Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Uli Hoeneß hatte den deutschen Steuerbehörden auf einem Schweizer Geheimkonto mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern vorenthalten. Eine Selbstanzeige im Januar 2013 sollte schadensbegrenzend wirken, wurde vom Gericht jedoch als unzureichend gewertet.

Erst am 2. Juni 2014 und damit zehn Wochen nach der Verurteilung musste Hoeneß seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Landsberg antreten. Haftvergünstigungen für Hoeneß hatten in der Öffentlichkeit vielfach für Unverständnis gesorgt. Über Weihnachten und Silvester 2014 wurde dem Fußball-Manager beispielsweise Hafturlaub genehmigt, so dass er den Jahreswechsel bei seiner Familie in Bad Wiessee verbringen konnte.

Anfang Januar 2015 nahm Hoeneß eine Tätigkeit in der Jugendabteilung seines Fußballclubs auf, nachdem der 64-Jährige in den offenen Vollzug des Freigängerhauses Rothenfeld in Andechs verlegt worden war. In diese Außenstelle des Landsberger Gefängnisses musste Hoeneß wochentags nur zum Schlafen zurückkehren und konnte die Wochenenden bei seiner Familie verbringen.

Hoeneß werden Ambitionen auf eine Rückkehr ins Präsidentenamt des FC Bayern München nachgesagt. Sein Nachfolger Karl Hopfner erklärte schon vor Monaten, in diesem Fall selbst nicht wieder kandidieren zu wollen.

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