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Im März 2016 könnte der Ex-Präsident des FC Bayern frei sein

Uli Hoeneß hat Antrag auf Haftverkürzung gestellt

Mittwoch, 04 November 2015 22:18
Uli Hoeneß Uli Hoeneß Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Harald Bischoff | CC BY-SA 3.0

München/Rothenfeld - Der frühere Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hat einen Antrag auf Haftverkürzung gestellt, wie dessen Anwalt Michael Nesselhauf am Dienstag bestätigte. Sollte diesem Antrag auf Gewährung der Halbstrafe von den zuständigen Justizbehörden stattgegeben werden, würde sich Hoeneß‘ Haftzeit von 42 Monaten auf 21 Monate reduzieren. Er käme in diesem Fall Anfang März 2016 auf Bewährung frei. Als Ersttäter stehen die Chancen des ehemaligen Bayern-Präsidenten recht gut, dass die Hälfte seiner Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird.

Mitte März 2014 verurteilte das Landgericht München den Fußball-Manager wegen siebenfacher Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. Uli Hoeneß hatte den deutschen Steuerbehörden auf einem Schweizer Geheimkonto mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern vorenthalten. Eine eilige Selbstanzeige im Januar 2013 sollte schuldbewusst und damit schadensbegrenzend wirken, wurde vom Gericht jedoch als unzureichend gewertet.

Erst Anfang Juni 2014 und damit 10 Wochen nach der Verurteilung musste Hoeneß seine Haftstrafe antreten. Für Aufsehen sorgte zu dieser Zeit ein Drohbrief, in dem Hoeneß eine unangenehme Haftzeit angedroht wurde, sollte an den anonymen Briefschreiber nicht ein Betrag von 215.000 Euro gezahlt werden. Der Erpresser wurde gefasst und im Dezember 2014 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Haftvergünstigungen für Hoeneß wurden in der Öffentlichkeit nicht selten mit Kopfschütteln und Unverständnis quittiert. Für Weihnachten und Silvester 2014 wurde dem Fußball-Manager beispielsweise Hafturlaub genehmigt, so dass er den Jahreswechsel bei seiner Familie in Bad Wiessee verbringen konnte. Am 2. Januar 2015 wurde er dann Freigänger und nahm eine Tätigkeit in der Jugendabteilung seines Fußballclubs auf. Dafür wurde Hoeneß in die Außenstelle Rothenfeld des Landsberger Gefängnisses verlegt, wohin er als Freigänger unter der Woche nur zum Schlafen zurückkehren muss.

Sollte Uli Hoeneß Anfang März 2016 tatsächlich aus der Haft entlassen werden, ist trotz seiner Steuervergehen eine Rückkehr ins Präsidentenamt des FC Bayern München denkbar. Sein Nachfolger Karl Hopfner hat schon erklärt: „Ich werde nicht gegen Uli Hoeneß antreten.“

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