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Chefredakteur des Magazins „Compact“ droht, Unterstützung einzustellen

Jürgen Elsässer ruft AfD zur Einheit auf

Samstag, 09 Juli 2016 18:58
Jürgen Elsässer ruft AfD zur Einheit auf Quelle: www.compact-online.de

Leipzig – Der Journalist und Chefredakteur des Polit-Magazins „Compact“, Jürgen Elsässer, hat in einer auf der Internetseite seiner Zeitschrift (www.compact-online.de) veröffentlichten Erklärung an die Führungsriege der Alternative für Deutschland (AfD) appelliert, die Einheit der Partei zu wahren. Elsässer, der zu den publizistischen Unterstützern der AfD gezählt wird, rief die Verantwortlichen dazu auf, ihre Differenzen intern zu klären, „nicht unter Druck des politischen Gegners, nicht unter Druck von außen“.

Zugleich stellte sich Elsässer indirekt hinter den umstrittenen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon, der nach einer Intervention von Parteichefin Frauke Petry am Dienstag aus der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg ausgetreten war. „Schließt keine Personen aus, deren Ausschluss der politische Gegner fordert, sondern stellt Euch gerade hinter solche Angegriffenen, auch wenn sie in der Vergangenheit politische Fehler gemacht haben. Jeder hat das Recht, aus Fehlern zu lernen. Distanzeritis auf Kommando und Spaltung sind der Tod für jede Bewegung, die sich die Freiheit für Deutschland aufs Panier schreibt“, so der „Compact“-Chefredakteur.

Eine Abgrenzung von Antisemitismus und Rassismus sei zwar „vernünftig und geboten“, in erster Linie sei es allerdings Aufgabe der AfD, „sich gegen den antideutschen Rassismus zu stellen“. Elsässer, der früher selbst einer der Wortführer der sogenannten antideutschen Linken war, verwies dabei auf eine Stellungnahme des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke, der alle Seiten zur Zurückhaltung gemahnt hatte. Das von Höcke geforderte „Kommunikationsmoratorium“ aller Parteivertreter gegenüber den Medien „könnte zumindest den schon eingetretenen Schaden begrenzen“.

Abschließend warnte der Publizist: „Die aktuellen Querelen in der AfD bestärken uns in unserer Position: Das Volk in seiner Vielfalt muss der politische Souverän sein – keinesfalls eine Partei.“ Eine Partei müsse „dem Volke dienen“, könne aber nur als „Türöffner für die Volkssouveränität“ wirken. Seine Zeitschrift werde „die AfD nur so lange und insofern stützen, wie sie nicht zur Beute partikularer oder persönlicher Interessen wird, sondern der Parole folgt: ‚Alle Macht dem Volke‘“, so Elsässer.

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