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François Bocion, der Maler des Genfer Sees

Dienstag, 26 Juli 2016 19:10
François Bocion „Le Port de Tourronde“ (1876) François Bocion „Le Port de Tourronde“ (1876)

Genf - François Bocion ist vor allem in seiner Heimat, dem frankophonen Teil der Schweiz, als „Maler des Genfer Sees“ bekannt. Stilistisch begann er als Realist und öffnete sich mit der Zeit impressionistischen Einflüssen.

Geboren wurde er 1828 in Lausanne am Genfer See. In jungen Jahren lernte er die Zeichenkunst bei Christian Gottlieb Steinlen an der École de Moyenne in Vevey, anschließend bei François Bonnet, einem Landschaftsmaler, in Lausanne.

1845 ging er nach Paris und arbeitete in den Ateliers seiner Landsleute Charles Gleyre und Louis-Aimé Grosclaude, zudem freundete er sich mit Gustave Courbet an. Nach einer Typhusinfektion kehrte er 1848 nach Lausanne zurück. Zuerst beschäftigte er sich mit Illustrationen und Historienmalerei, unter dem Eindruck der Arbeiten von Jean-Baptiste-Camille Corot wandte er sich jedoch bald der Landschaftsmalerei zu, wobei sein bevorzugtes Motiv der Genfer See wurde.

1849 bekam er eine Professur für das Zeichnen an der Lausanner École de Moyenne. Diese Stelle sollte er über 40 Jahre behalten, unter seinen Schüler waren Théophile Steinlen und Eugène Grasset, zwei der bedeutendsten Künstler des Art Nouveau; beide gingen auf seine Anregung zu weiteren Studien nach Paris, wo sie Berühmtheit erlangten. Bocion reiste selbst unter anderem nach Rom, Paris und Venedig; in Venedig entstanden einige seiner bekannteren Bilder. Er war mit seinen Arbeiten auch auf zahlreichen Ausstellungen vertreten, darunter der Weltausstellung in Wien 1873 und der Weltausstellung von 1885 in Antwerpen. Er starb 1890 in Lausanne.

Waren die oft im Freien entstandenen Landschaften Bocions zunächst vor allem vom Realismus Corots und Courbets geprägt, nahm er mit der Zeit zusehends leichtere Einflüsse auf, vom Proto-Impressionismus eines Eugène Boudin bis zum Impressionismus Claude Monets, wobei er jedoch selbst an der Schwelle des Impressionismus blieb, zu dem doch zumindest eine unverkennbare Verwandtschaft besteht.

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