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„Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger“

„Rassismus“-Vorwürfe gegen Bayerns Innenminister Herrmann

Dienstag, 01 September 2015 22:44
Roberto Blanco mit Luzandra Straßburg (2012) Roberto Blanco mit Luzandra Straßburg (2012) Quelle: de.wikipedia.org | Michael Schilling | CC BY-SA 3.0

München - Die Sprachzensur hat ein neues Opfer gefunden, das sich für seine Wortwahl auch umgehend entschuldigt hat: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Am 31. August sprach Frank Plasberg in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ mit seinen Gästen über die Auswirkungen des Zustroms von mindestens 800.000 weiteren Asylanten nach Deutschland bis Jahresende.

Die Diskussionsrunde war gewohnt einseitig besetzt: der einzige Diskutant, der auf die Einhaltung der bestehenden Asylgesetze einschließlich der Dublin-Regelungen der EU pochte und deshalb auch die Abschiebung von Wirtschaftsflüchtlingen forderte, war der bayerische Innenminister. Die Co-Vorsitzende der Grünen, Simone Peter, der Journalist Ranga Yogeshwar, eine junge Vorzeige-Ausländerin und „Focus“-Chefredakteur Ulrich Reitz betonten unisono die „Chancen“ der Zuwanderung und beklagten trotz der explodierenden Asylantenzahlen eine angebliche „Abschottungspolitik“. Ulrich Reitz gehörte in diesem Ensemble fast noch zu den Moderaten, als er den kuriosen Bogen von der Zuwanderung deutschstämmiger Aussiedler zu Asylbewerbern aus dem Nahen Osten spannte und erklärte, Zuwanderung sei Deutschland gut bekommen: „Wir haben Aussiedler integriert, wir haben Hunderttausende von türkischen, griechischen und italienischen Arbeitsmigranten integriert und Deutschland hat sich damit weiterentwickelt.“

Im Verlauf der Diskussion sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dann: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“ Auch beim FC Bayern spielten „eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit“. Moderator Plasberg reagierte schon in der Sendung mit einem „Holla“ auf diese Äußerung, und in den sozialen Medien wurde Herrmann sofort des „Rassismus“ und der „Verrohung der Sprache“ bezichtigt. In den Chor der Empörten stimmten umgehend auch Politiker der Grünen und Piraten ein.

Im ZDF-„Morgenmagazin“ erklärte der Gescholtene, es habe sich lediglich um die Erwiderung auf die Aussage eines Anrufers gehandelt, der sagte, er wolle „Neger überhaupt nicht haben“. Diese Aussage sei „völlig inakzeptabel“, und deshalb habe er das Positivbeispiel Roberto Blanco gewählt. „Wir haben wunderbare Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe in Bayern. Und ich glaube, das werden auch die allermeisten Bayern so sehen“, so Herrmann. Der Innenminister entschuldigte sich für seinen Wortgebrauch und betonte: „Ich verwende das Wort Neger sonst überhaupt nicht.“

Das jahrzehntelang unverdächtige Wort „Neger“ gilt heute als „rassistisch“ und kann als Beleidigung sogar strafrechtlich geahndet werden kann. So verurteilte im letzten Jahr ein bayerisches Gericht einen 68-Jährigen aus Altdorf bei Nürnberg zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro, weil er in einen Streit mit einem dunkelhäutigen US-Amerikaner geraten war und diesen als „Neger“ bezeichnet hatte. Dieses Gerichtsurteil und die aktuellen „Rassismus“-Vorwürfe gegen Herrmann zeigen, wie eng die Grenzen der Meinungsfreiheit gezogen sind, wenn es um bestimmte Bevölkerungsgruppen geht.

Der Schlager-Sänger Roberto Blanco selbst fühlt sich von Joachim Herrmanns „Neger“-Äußerung übrigens nicht beleidigt und sagt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das böse gemeint hat.“

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